Elektrolokomotive 1060

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Eisenbahn
Ausstellung
LOK.erlebnis
Epoche
1910 - 1919
1912 wurde die Mittenwaldbahn von Innsbruck nach Garmisch-Partenkirchen eröffnet, wo von Anfang an Elektrolokomotiven fuhren. Die erste Lokomotive der Strecke ist im Technischen Museum Wien zu sehen.

Die Lokomotivfabrik Floridsdorf baute gemeinsam mit AEG die Baureihe 1060. Wie bei Dampflokomotiven wurden noch Kuppelstangen für die Kraftübertragung vom großen Antriebsmotor auf die Räder genutzt. Modern waren die zwei Führerstände an den Stirnseiten der Lok. Dadurch war der Blick auf die Strecke frei. Bei Dampfloks war er durch den Kessel behindert.

Besonders auf Gebirgsstrecken hatte die neue, leistungsfähige Antriebstechnik Vorteile. Für einen Dampflokbetrieb hätten die Steigungen der Mittenwaldbahn kleiner als 36 Promille sein müssen. Ein wirtschaftlicher Betrieb wäre nicht möglich gewesen.

Die nötige elektrische Energie wurde im extra errichteten Wasserkraftwerk am Ruetzbach erzeugt. 1984 wurde das Kraftwerk von den ÖBB stillgelegt. Heute dient es der öffentlichen Stromversorgung. Ein originaler Maschinensatz ist im Technischen Museum unweit der Lokomotive 1060.001 zu sehen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges war die billige Kohle aus Mähren für Österreich nicht mehr verfügbar. Es wurde beschlossen, die Wasserkraft der Alpen zu nutzen und die Eisenbahnstrecken zu elektrifizieren. Bis zum Ende der ersten Republik konnten die Alpenbahnen elektrifiziert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten die Strecken Richtung Wien. Heute werden mehr als 90 % des Eisenbahnverkehrs elektrisch abgewickelt.

Die erste elektrische Lokomotive fuhr 1879 in Berlin. Werner von Siemens demonstrierte mit dem kleinen Versuchsfahrzeug, dass Elektrizität zum Antrieb der Eisenbahn geeignet war. Straßenbahnen und Grubenbahnen nutzten den elektrischen Antrieb zuerst. Die ersten Lokomotiven entstanden um 1900. Die Elektrotechnik hatte sich so weit entwickelt, dass die großen Leitungen für den Bahnbetrieb beherrschbar waren. 



Inv.Nr. 40335/1

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