• FA-117483 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Maschinenbau
Ausstellung
Energie
Epoche
1850 - 1899

Erster in Österreich gebauter Dieselmotor

Der etwas andere Motor: Rudolf Diesel entwickelte für seinen Motor zunächst eine wissenschaftliche Theorie, die er dann in die Praxis umsetzte.

1893 veröffentlichte Rudolf Diesel seine „Theorie und Konstruktion eines rationellen Wärmemotors“. Der Erfinder geht von einer wissenschaftlichen Theorie aus und setzt diese dann in die Praxis um. Diesel stellte diesen Arbeitsprozess in seiner damals vielbeachteten Publikation in einem Diagramm dar, dem der Carnot-Prozess zugrunde liegt. Bei Dampfmaschine, Gas- und Benzinmotor, den Vorgängern des Dieselmotors, war der Anteil der Empirie ein ungleich größerer, die Theorie wurde praktisch nachgereicht.

Der Grundgedanke bei diesem Motor war, dass die Luft im Zylinder sehr
hoch verdichtet wird. Wie bei einer Fahrradpumpe wird sie durch die Kompression erhitzt.
Der eingespritzte Kraftstoff entzündet sich von selbst. Die einsetzende Verbrennung bewirkt einen weiteren Anstieg des Drucks und der Kolben bewegt sich vom oberen zum
unteren Totpunkt. Nach der Verbrennung wird das Abgas ausgeschoben.

Die Entwicklung zur zuverlässigen Antriebsmaschine sollte jedoch noch Jahre dauern. Nach einer Reihe von Versuchsmotoren wurde 1897 der erste betriebsfähige Diesel fertiggestellt. Im darauf folgenden Jahr wurde in Wien der im Technischen Museum Wien ausgestellte Motor gebaut. Er wurde bei der Firma Krupp in Berndorf/NÖ eingesetzt. Mittels Pressluft erfolgte die Einspritzung des Kraftstoffes und die Ausspülung der Abgase. Daher gehören Kompressor und Stahlflaschen für die Druckluft zum Erscheinungsbild früher Dieselmotoren.


Inv.Nr. 682
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