• FA-118306 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-118308 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Haushaltstechnik
Epoche
1950 - 1959
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Espressomaschine „Faema Nettuno“, 1950er-Jahre

Kaffee ist nicht Kaffee: Nur der hohe Druck der Espressobereitung löst die aromatischen Kaffeeöle so, dass als Schaumschicht die aromareiche Crema entsteht.

Die Kunst, Kaffee zu kochen, fand vielfältige Lösungen, seit Kaffee in Europa heimisch wurde. Zu beachten sind immer Qualität von Wasser und Kaffee, Röst- und Mahlgrad, Dosierung sowie Brühzeit und -temperatur. Die Espressomaschine gehört wie der Durchlauferhitzer der Filterkaffeemaschinen zu den technischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Anders als beim Filtern wird hier aber Tasse um Tasse bereitet und der Geschmackstrend zum stets frischen Kaffee begründet.

Durch die spezielle Maschinentechnik trifft heißes Wasser unter Überdruck auf portioniertes Kaffeemehl. Gefordert sind 9 bar Wasserdruck, 90 - 95° C Wassertemperatur und 30 Sekunden Durchlaufzeit. Das feine Pulver wird festgedrückt, damit das Wasser Umwege nimmt, genug Inhaltsstoffe aufnimmt und nicht zu schnell durchgepresst wird. So werden die leicht löslichen Aromen stärker extrahiert als Bitterstoffe und Säuren.

Bei den ersten Modellen ab 1901 wurde das heiße Wasser mit Dampf durch das Pulver gedrückt, wobei der Dampf auch in das Pulver gelangte. Die Druck-Temperatur-Abhängigkeit wurde aufgelöst, um ein Verbrennen des Pulvers zu vermeiden. 1946 leitete Gaggia eine neue Ära von Maschinen ein, bei denen per Hebel eine Feder zusammengedrückt wird, die einen Kolben schiebt und so das Wasser komprimiert.

Etwa ab 1947 produzierte Faema Hebelmaschinen, die nach Sternen benannt wurden: Venere, Mercurio, Marte, Nettuno und Urania. Das Technische Museum Wien zeigt die gasbeheizte "Nettuno". Anders als die meisten Hebelmaschinen hat sie zwei Wasserkessel: einen für Brühwasser und einen zum Vorheizen bzw. für den Dampf.

Die Kraft fordernde Hebelmaschine wurde von elektrischen Pumpen abgelöst. Ein Frischwasserdurchlauf ersetzte das im Boiler stehende Wasser, das portionsweise erhitzt wurde. Die 1961 von Faema auf den Markt gebrachte E61 gilt hier als Meilenstein.



Inv.Nr. 74648/1
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