Fausthobel, Anfang 18. Jahrhundert

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Holzbearbeitung
Epoche
vor 1800
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Ein Königskopf als Griff: Setzt der Handwerker den Hobel an, schließt er zwecks stabiler Führung seine Faust fest um Haupt und Hals des Monarchen. Ist das schon Majestätsbeleidigung?

Der Hobel ist das typische Werkzeug des Schreiners. Aber auch Zimmerleute, Küfer und Wagner bedienen sich traditionellerweise dieses Instruments. Seinem jeweiligen Verwendungszweck entsprechend, weist er eine große Zahl von Varianten auf. Fast immer besteht er aber aus dem Hobelkörper, in dem ein Eisen mit scharfer Schneide in einem bestimmten Winkel befestigt ist. Je nach erforderlicher Spandicke ragt das Eisen mehr oder weniger aus dem Hobelmaul hervor.

Im vorindustriellen Zeitalter stellten Schreiner ihre Hobel gewöhnlich selber her. Nicht wenige verzierten diese Arbeitsgeräte durch Schnitzereien. So wurde das „Horn“ bzw. die „Nase“ zur Führung des Geräts gern als Tier- oder Januskopf bzw. als Fratze ausgeführt. Ferner wurden in die Oberfläche Tier- und Pflanzenornamente sowie religiöse Motive geschnitzt, eine Reihe von Hobeln war auch mit Initialen und Jahreszahlen versehen. Letzteres ermöglicht heute die Datierung alter Stücke.

Dieses Objekt wird auf den Anfang des 18. Jahrhunderts datiert. Das Technische Museum Wien hat den Hobel 1912 von Heinrich Grafen Lamberg in Steyr erworben. Möglicherweise steht der Kauf mit dem Ableben Franz Emmerichs Grafen Lamberg in Zusammenhang, denn im gleichen Jahr kam im Wiener Dorotheum die umfangreiche und wertvolle Bestecksammlung des Verstorbenen unter den Hammer. Das Technische Museum besitzt auch mehrere Spezialhobel, die um 1821 von Heinrich Weilhöfer in Wien erfunden wurden. Er versah das Hobeleisen mit mehreren Löchern, mit denen er aus einem glattgehobelten Brett längere Holzstäbchen gewinnen konnte. Diese wurden anschließend zerschnitten und ergaben damit eine große Zahl gleichmäßig geformter Zündhölzer.


Entstehungszeit: Anfang 18. Jahrhundert

Inv.Nr. 9239

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