• FA-123543 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Katastrophen- und Zivilschutz
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Feuerwehr-Sprachrohr, 16. Jahrhundert

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Sprachrohre waren von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit der Städte. Ein frühes Exemplar von zweieinhalb Meter Länge befindet sich heute im Technischen Museum Wien.

Das Sprachrohr wurde im 16. Jahrhundert vom Feuerwächter auf dem Grazer Schlossberg benutzt. Brach ein Brand aus, verstärkte der Wächter damit seinen Ruf „Feuer!“, sodass dies in der Umgebung deutlich zu vernehmen war. Auch in Wien wurden derartige, aus Blech gefertigte Schalltrichter verwendet. Hier saß der Feuerwächter seit 1534 in der Türmerstube des Stephansdoms, dem lange Zeit höchsten Gebäude der Stadt. Erblickte er ein Feuer, schwenkte er eine rote Fahne bzw. eine rote Laterne in Richtung des Brandes. Und mit dem Sprachrohr warnte er die Bevölkerung. Eine schriftliche Meldung wurde durch ein Fallrohr zum Turmmeister hinuntergeschickt, der die Feuerwehr mit Hilfe eines Glockenzugs alarmierte.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hob sich das akustische Warnsignal nicht mehr deutlich genug ab vom zunehmenden Lärm in den Städten. Auch aus Gründen der schnelleren Nachrichtenübermittlung wurden daher zusätzlich telegrafische Verbindungen von den jeweiligen Beobachtungsstellen zu den Feuerwehrstützpunkten eingerichtet. Die Sprachrohre, unter ihnen das Exemplar des Technischen Museums, wurden fortan immer weniger genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen sie schließlich endgültig obsolet.




Inv.Nr. 11935
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