• FA-124234 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Umwelttechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
ab 2000

Gehörschutzstöpsel „Ohropax Classic“, 2005

Schalldämpfer für die Ohren: „Ohropax“-Stöpsel sind bereits über 100 Jahre auf dem Markt. Ein kongeniales Produkt, mit dem man sich immer und überall vom Lärm der Außenwelt abschotten kann.

Der Berliner Apotheker Maximilian Negwer erfand „Ohropax“ im Jahr 1907. Auf der Suche nach neuen Produkten war er auf das Thema Lärmschutz gestoßen. Es war damals in vielen Metropolen Europas ein heftig diskutiertes Thema. Die zündende Idee entdeckte er in der griechischen Mythologie: Wie Homer berichtet, verschloss Odysseus die Ohren seiner Gefährten mit Wachs, um dem Gesang der betörenden Sirenen zu widerstehen. Negwer unternahm mehrere Versuche und fand schließlich die optimale Zusammensetzung: Baumwollwatte, getränkt in einer Mischung aus Vaseline und Paraffinwachs.

Die geschmeidigen Kügelchen erwiesen sich als leicht handhabbar und überaus wirksam. Sie setzten sich von Beginn an gegen ähnliche Konkurrenzprodukte durch. Als Soldaten im Ersten Weltkrieg mit „Ohropax“ ausgestattet wurden, war der Durchbruch endgültig geschafft.

Zu den ersten Anhängern des neuen Produkts gehörte der Wiener Schriftsteller Peter Altenberg. Er sprach vom „absolut idealen Ohr-Verschluss“ und auch Franz Kafka gestand im Juni 1915 apodiktisch ein: „Ohne Ohropax bei Tag und Nacht ginge es gar nicht.“

Die Firma Ohropax expandierte und verlegte 1924 ihren Standort nach Potsdam. Nach dem Zweiten Weltkrieg übersiedelte das Unternehmen nach Frankfurt am Main und schließlich nach Bad Homburg, wo der Familienbetrieb mit knapp 30 Beschäftigten bis heute ansässig ist. Bis zum Jahr 1990 wurden die Wachskugeln mit der Hand gerollt, seither werden sie vollautomatisch auf zwei computergestützten Hightech-Fertigungsstraßen erzeugt. Die jährliche Produktionsmenge beträgt rund 25 Millionen Wachskugeln, Tendenz steigend.


Inv.Nr. 68872
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