• FA-123489 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Maschinenbau
Ausstellung
Energie
Epoche
1800 - 1849

Getreidemühle (Windrad Retz)

Ein Stück Holland im Weinviertel: Das Modell des Technischen Museums Wien zeigt die sehenswerte Windmühle in Retz in Niederösterreich.

Das Original ist eine konische Turmmühle (Holländerart) aus Stein. Das Schindeldach kann vom Boden aus mithilfe mit einer Rollenbahn, eines Außenbalkenwerkes und einer Seilwinde in die jeweilige Windrichtung gedreht werden. Außerdem kann die Fläche der Flügel an den vorhandenen Wind angepasst werden. Eingehängte „Holztüren“ verändern die nutzbare Fläche entsprechend der Geschwindigkeit des Windes.

Die vier Flügel sind an der Flügelwelle (liegender Grindel) aus Eichenholz montiert und bewegen das große Kammrad im obersten Geschoß. Die Übertragung der Energie erfolgt über das konische Spindelrad auf die lange Königswelle, einem stehend eingebauten Fichtenstamm. Diese Welle treibt die Mühlsteine und alle für den Betrieb notwendigen Nebenaggregate an.

Im Mehlboden trägt die frei gelagerte Königswelle das Stirnrad, von dem aus drei Stockgetriebe als unterschlächtige Antriebswellen die Mühlsteine drehen. Der feste Bodenstein und der sich drehende Läuferstein erhalten vom Rüttelwerk die entsprechend dosierte Kornmenge. Im Keller der Windmühle ist die Werkstatt des Windmüllers mit den Werkzeugen zur Holzbearbeitung komplett erhalten.

Diese Mühle wurde von einem Müller namens Johann Bergmann im Jahr 1853 erbaut und blieb bis 1927 in Betrieb. Im darauf folgenden Jahr wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Ein niederländisches Unternehmen ersetzte in den Jahren 2009 und 2010 die Flügel durch neue. Seit Mai 2010 kann die Mühle wieder in ihrem ursprünglichen Zustand vorgeführt werden.


Inv.Nr. 407
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