• FA-123547 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123548 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Papier
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Glätthammer für Büttenpapier, 19. Jh.

Test
Merken
Papier beschreiben, zuschneiden, zerreißen – ja. Aber darauf herumhämmern? Händisch geschöpftes Papier wies oftmals Unebenheiten auf. Sie mussten mit verschiedenen Mitteln beseitigt werden.

Über Jahrhunderte wurde Papier mit Hilfe runder Steine händisch geglättet. Seit dem 16. Jahrhundert fanden dafür Hämmer mit großer Schlagfläche Verwendung. Sie ermöglichten die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Bogen auf einer Unterlage. Dieses „Schlagstampfen“ wurde angeblich erstmals in einer Papiermühle im mährischen Iglau (Jihlava) eingesetzt. In der Folge stritten die „Glätter“ und die „Stampfer“ lange Zeit über die optimale Bearbeitung ihres Produkts. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kamen allmählich Walzwerke zum Glätten in Gebrauch.

Dieser Hammer gelangte 1916 von der Papierfabrik Anton J. Schmidts Söhne im mährischen Groß Ullersdorf (Velké Losiny) an das Technische Museum Wien. Das erste Papier mit einem Wasserzeichen dieser Mühle datiert vom Jahr 1596. Es zeigt Herrschaftszeichen der mährischen Adelsfamilie Žerotin, deren Angehörige die Mühle gegründet hatten. Diese blieb auch während und nach der Industrialisierung einer der wenigen papiererzeugenden Betriebe, in dem ausschließlich handgeschöpftes Papier hergestellt wurde. Das Gebäude wurde 1855 von Anton J. Schmidt erworben. Nach dem Ersten Weltkrieg erzeugten die Besitzer hier ein fast aschen- und eisenfreies Filtrierpapier, das für feinste chemische Analysen geeignet war und auch in Amerika und Japan Absatz fand. Handpapier aus Groß Ullersdorf diente damals unter anderem als Grundlage für Aquarelle, Kupferdrucke, Aktien- und Wertpapiere, für wertvolle wissenschaftliche Werke, Diplome und Grundbücher. 1949 wurde das Unternehmen verstaatlicht. Bis heute wird hier Büttenpapier hergestellt. Das alte Mühlengebäude beherbergt auch ein Museum.


Entstehungszeit: 19. Jh.

Inv.Nr. 14554
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