• FA-124250_Glasgravurmaschine © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-124251_Glasgravurmaschine © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Glasgravurmaschine mit Zubehör, um 1850

Test
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Sechs Generationen widmeten sich dem Handwerk der Glasgravur. Die letzte Meisterin der „Dynastie“ schloss 2010 ihr Wiener Geschäft - nach 46 Jahren. Damit wurde eine altgediente Maschine museumsreif.

Die kleine Glasgravurmaschine ist mittels Fußplatte festschraubbar und wird dadurch zu einem handlichen Tischmodell. Zur Ausstattung gehören ein Schutzblech (Spritzschutz), ein Glasgegenhalter und 98 Gravierwerkzeuge, d. h. Schneiderädchen der unterschiedlichsten Ausführungen.

Beim Gravieren (Schneiden) von Glas werden mittels Kupferrädchen kleinste Glaspartikel abgetragen. Doch reicht dazu das rotierende Schneidewerkzeug allein nicht aus. Dieses muss immer wieder mit einem Schmirgelbrei, bestehend aus Schmirgel, Öl und Petroleum, eingestrichen werden. Zum Schutz der Arbeitenden ist ein länglicher, unten spitz zulaufender Spritzschutz angebracht. Der Glasgegenhalter erleichtert die Arbeit, indem etwa ein zu bearbeitendes Glas nicht mit der freien Hand geführt werden muss, sondern auf der Hilfskonstruktion abgestützt werden kann.

Je nach Anforderung wird das Werkzeug in der Maschine ausgewechselt: Zum Gravieren (Schneiden) des Glases ist das Rädchen meistens aus Kupfer, zum Polieren etwa aus Holz, Kork oder Leder.

Bevor sie in die Sammlung des Technischen Museum Wien kam, war die kleine und schon betagte Maschine in der Werkstätte der Glasgravur-Meisterin Erika Bakic in der Operngasse im 4. Wiener Gemeindebezirk in Betrieb. Dort war das Gerät bis etwa zum Jahr 2000 für Auftragsarbeiten im Einsatz. In der 6. Generation von Glasgraveuren schmückte die Meisterin etwa Glasbecher für Hochzeiten, Taufen und Jubiläen, versah Briefbeschwerer oder Brillenetuis mit Monogrammen und schuf – in Zeiten zunehmender Industriemassenware – so manches sehr persönliche und individuelle Stück. Mit der Auflassung des Glasgravur-Ateliers im Jahr 2010 war wieder eine der „Letzten ihres Standes“ aus dem Wiener Stadtbild verschwunden. 

Hersteller: unbekannt
Entstehungszeit: um 1850



Inv.Nr. 92063/1
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