Hammerflügel

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Musikinstrumente
Ausstellung
Musikinstrumente
Epoche
1800 - 1849
„Vienna is a piano town“, meinte der Jazzpianist Oscar Peterson. Im Konzertleben gilt das bis heute. Vor rund 200 Jahren war Wien zudem eine der wichtigsten Metropolen des Klavierbaus.

Fortepianos und Hammerklaviere waren Unterhaltungsinstrumente des Bürgertums. Ihre Herstellung war ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor. Nach seinen Anfängen im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Klavierbau in Wien rasch zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Bereits im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts waren mehr als 380 Klavier- und Orgelbauer in Wien tätig. Kleinere Werkstätten existierten oft nur eine Generation lang, andere wurden bis ins 20. Jahrhundert weitergeführt.

Anton Walter führte seine Klavierbauwerkstatt in Wien von 1778 - 1825. Er durfte den Titel eines „k. k. Kammerorgelbauers und Instrumentenmachers“ führen. Er berücksichtigte zwar allgemeine Fortschrittstendenzen im Klavierbau, dennoch gelten die Instrumente aus der Werkstatt von Walter und Sohn als konservativ. Ihre Konstruktion zeigt keine weitreichenden Neuerungen.

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde der Klaviaturumfang bei Hammerflügeln von fünf auf sechs Oktaven erweitert. Es kamen zusätzliche Register mit besonderen Klangeffekten hinzu, und das Klangvolumen stieg. Der Hammerflügel von Anton Walter und Sohn aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien basiert auf einer Holzkonstruktion. Er hat aber bereits einzelne kleine Eisenspreizen, um der Zunahme des Saitenzuges standhalten zu können. Die Hammerköpfe sind im Vergleich zum früheren Instrument Walters deutlich größer. Das dient der Erweiterung des Klangvolumens. Eine Besonderheit der Instrumente von Walter und Sohn sind gebogene Hammerstiele.

Hersteller: Anton Walter und Sohn, Wien
Entstehungszeit: ca. 1815



Inv.Nr. 35240

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