Hofsalonwagen

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Eisenbahn
Ausstellung
LOK.erlebnis
Epoche
1850 - 1899
Kaiserin Elisabeth von Österreich war berühmt für ihre Reiselust. Zu ihrem persönlichen Gebrauch entstanden 1873 zwei Eisenbahnwagen, von denen der Schlafwagen erhalten geblieben ist.

Die Geschichte der Hofsalonwagen der Kaiserin beginnt im Jahr 1872. Elisabeth war auf der Rückreise von Meran. Es war September und im Waggon war es kalt. Obwohl die Hofwagen elegant ausgestattet waren, fehlte ein Ofen. Während der Aufenthalte in den Bahnhöfen wurden nur metallene Wärmeflaschen mit heißem Wasser gefüllt.

Die Beschwerden der Kaiserin blieben nach dieser Reise nicht ungehört. Ein reger Briefwechsel setzte ein. Die Bahnverwaltungen wurden aufgefordert, einen adäquaten und modernen Wagen bereitzustellen. Ringhoffer in Prag wurde mit der Ausführung betraut und lieferte einen Salon- und einen Schlafwagen.

Für die Kaiserin wurde alles aufgeboten, was Stand der Technik war. Unterhalb des Wagens wurden Kohleöfen montiert, die von außen zu beheizen waren. Über Luftschieber konnte die Temperatur im Innenraum geregelt werden. Der Schlafwagen hatte auch eine Wassertoilette.

Da die Reisen der Kaiserin durch ganz Europa führten, musste der Wagen an die technischen Standards aller Länder angepasst werden. Neuerungen, wie elektrisches Licht oder eine Dampfheizung, wurden nachgerüstet.

Nach dem Tod von Elisabeth wurde der Wagen im Hofwagendepot am Westbahnhof abgestellt und aus Pietätsgründen nicht mehr genutzt. 1916 übersiedelte das Historische Museum der Österreichischen Eisenbahnen in das neue Gebäude des Technischen Museums Wien. Dort fand auch der Hofsalonwagen der Kaiserin mit der gesamten Einrichtung seinen Platz.


Inv.Nr. 40331

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