• FA-117969 Quelle: Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Bilddokumente
Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Joseph Maria Eder und Eduard Valenta: Frösche, Heliogravüre, 1896

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Die bahnbrechende Entdeckung der Röntgenstrahlen eröffnete der modernen Wissenschaft und der Fotografie neue Perspektiven und Anwendungsbereiche.

Am 08.11.1895 entdeckte der deutsche Physiker Wilhelm Konrad Röntgen bei Experimenten unsichtbare Strahlen. Mit ihnen konnte er das bisher verborgene Innere von Organismen und Gegenständen betrachten. Als einer der Ersten erhielt der Wiener Physiker Franz Exner eine schriftliche Mitteilung samt Versuchsaufnahmen von Röntgen. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Nachricht der „Wunderstrahlen“ sowohl in der Fachwelt als auch in der Presse schnell verbreitete.

Bereits im Jänner 1896 führten Joseph Maria Eder und Eduard Valenta in der „K. k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ in Wien zahlreiche Experimente durch. Sie konnten die Wirkung der Röntgenstrahlen auf lichtempfindliche Substanzen drastisch verbessern. Neben menschlichen Gliedmaßen, wie Händen und Füßen, durchleuchteten Eder und Valenta auch Tiere, wie Schlangen, Fische und Ratten sowie Materialien, wie Metalle, Bergkristalle, Leder u. Ä.

Eder und Valenta dokumentierten ihre Forschungsergebnisse anhand von 15 Bildtafeln im Werk „Versuche über Photographie mittelst der Röntgenschen Strahlen“. Tafel XII bildet die „Schattenbilder“ von zwei durchleuchteten Fröschen ab, den linken in der Bauch- und den rechten in der Rückenlage. Beim ersten treten die Schädelknochen und der Kiefer besonders hervor, beim zweiten sind die Wirbelsäule und die Beckenknochen deutlich sichtbar.

Das Technische Museum Wien und seine Geschichte sind eng mit dem Chemiker und Fotohistoriker Joseph Maria Eder verbunden. Der Gründer der „K. k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt“ wurde 1913 ins Kuratorium des Museums berufen und war für die Einrichtung der Gruppe X „Graphische Industrie“ verantwortlich. Seiner kuratorischen Tätigkeit verdankt das Museum den Besitz dieses Schlüsselwerkes der österreichischen Fotogeschichte.


Inv.Nr. BPA-010703/12
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