LD-Tiegel

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Montanwesen
Ausstellung
Schwerindustrie
Epoche
1950 - 1959
Das Wirtschaftswunderkind! Der LD-Tiegel im Technischen Museum Wien ist Zeuge des
technischen Fortschritts in Österreich.

Die Bilder der Stahlkocher im Funkenregen gehören zu den Ikonen des Wiederaufbaus und haben sich tief ins Bewusstsein der Nachkriegsgeneration eingeprägt.
Frei vom Pathos von Nationalfeiertagsansprachen oder 1.-Mai-Reden: Das LD-Verfahren (LD steht für Linz-Donawitz) ist eine der größten Erfindungen, die Österreich hervorgebracht hat.
Es löste die älteren, etablierten Verfahren zur Stahlerzeugung ab. Beim LD-Verfahren wird ca. 20 Minuten lang reiner Sauerstoff auf das sogenannte Chargiergut des Tiegels aufgeblasen. Dieses besteht zum Großteil aus flüssigem Roheisen. Zusätzlich werden Kalk als Schlackenbildner und Schrott hinzugefügt. Er kann bei diesem Prozess, der auch als „Frischen“ bezeichnet wird, ohne zusätzlichen Energieaufwand wiederverwertet werden.

Die Wärme sorgt für die Verbrennung des im Roheisen gelösten Kohlenstoffs und der unerwünschten Begleitelemente, wie Mangan, Phosphor, Schwefel und Silizium. Die Blasdauer bestimmt den Grad, um den die Begleitstoffe vermindert werden. Stahl, der nach diesem Verfahren erzeugt wurde, zeichnet sich durch hohe Reinheit aus.

Die ersten LD-Stahlwerke gingen 1952 in Linz (Oberösterreich) und im Jahr darauf in Donawitz (Steiermark) in Betrieb. Um die Qualität des neuen Stahls zu demonstrieren ließ die VÖEST eigene Schiffe bauen. Nach anfänglicher Zurückhaltung setzte sich das Verfahren weltweit durch. Zwei Drittel der weltweiten Stahlproduktion werden mittels des LD-Verfahrens erzeugt. Durch die Einnahmen aus den Lizenzgebühren wurde nicht nur der Stahl, sondern auch die Bilanzen der VÖEST „aufgefrischt“. Nur in den USA wurde die Gültigkeit der VÖEST-Patente aus formalen Gründen nicht anerkannt. Die Amerikaner ersparten sich dadurch Milliarden.

Inv.Nr. 35225

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