• FA-108710 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Information & Kommunikation
Sammlungsgruppe
Datenverarbeitung
Ausstellung
medien.welten
Epoche
1910 - 1919

Lochkarten-Sortiermaschine Vertikal-Sortiermaschine

The Tabulating Machine Co., Washington um 1910

Lochkarte


Lochkarten ermöglichen die rasche Verarbeitung von großen Datenmengen. Sie werden für zivile wie für militärische Zwecke genutzt.

Im entstehenden modernen Verwaltungsstaat werden regelmäßig Volkszählungen durchgeführt und statistische Merkmale der Bürger – wie Geschlecht oder Alter – erfasst. Da die Auszählung von Millionen Erfassungsbögen langwierig ist, kommt 1890 bei der Volkszählung in den USA ein von Hermann Hollerith entwickeltes Lochkartenverfahren zum Einsatz. Für jedes Merkmal eines Befragten wird an einer bestimmten Stelle einer Karte ein Loch gestanzt. Zur Sortierung der Karten nach bestimmten Merkmalen ertastet eine Maschine die Lochpositionen und ordnet die Karten in entsprechende Fächer ein. Noch im selben Jahr wird das Hollerith-Verfahren bei der Volkszählung in Österreich eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg werden per Lochkarte Nachschubgüter verwaltet, in den Jahren danach Wirtschaftsbetriebe und die Institutionen des entstehenden Sozialstaats. Im Dritten Reich unterstützt sie das Aussortieren von Menschen für den Arbeits- und Kriegsdienst, letztlich auch für Deportation und Holocaust.

Inv.Nr. 7434
Member of