Lohner-Roller L 125, 1954

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© Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Straßenverkehr
Ausstellung
Mobilität
Epoche
1950 - 1959
„Komm ein bisschen mit nach Italien“ – in den 1950er-Jahren stand der Motorroller für „la dolce vita“. Auch die heimische Industrie griff die Sehnsucht nach mehr südländischer Leichtigkeit auf.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatten deutsche Produzenten wie DKW „Sesselmotorräder“ mit Zweitaktmotoren hergestellt. Doch es waren italienische Motorroller wie „Vespa“ oder „Lambretta“, die nach dem Krieg den Rollerboom in Österreich begründeten. In Zeiten des Wirtschaftswunders wurde das kostengünstige, individuelle Transportmittel für die Stadt zum Inbegriff „südländischer Lebensfreude“ und zum Lieblingsfahrzeug vieler junger Leute.

Die österreichischen Produzenten stellten sich auf diese Nachfrage ein und produzierten ihrerseits Motorroller in der typischen Form. Der Lohner-Roller L 125 kam 1954 auf den Markt. Er hatte eine selbsttragende Stahlkarosserie. Der Sachs-Zweitaktmotor mit Dreiganggetriebe verfügte über 6,1 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Ab 1956 bot Lohner diesen Motorroller zusätzlich auch mit einem Elektrostarter an. Die Nachfrage war groß und die Wartezeiten für den Lohner L 125 waren lang.

Anders als beim Motorrad wurde beim Motorroller die Technik nicht zur Schau gestellt, sondern vielmehr hinter glatten, häufig bunt lackierten Blechen verborgen. Motorroller sollten möglichst komfortabel und einfach in der Bedienung sein. Auch der Lohner L 125 ermöglichte mit seinen großen Trittbrettern eine bequeme Fahrt, selbst für zwei Personen. Im vorderen Bereich befand sich ein geräumiges, abschließbares Fach. Die großen und einfach abzunehmenden Seitendeckel ermöglichten einen einfachen Zugang zu Vergaser, Motor, Kette und Hinterrad.

In den 1960er-Jahren ließ das Interesse am Motorroller in Österreich nach. In großen Teilen Asiens sowie in einigen Ländern Afrikas ist der Roller bis heute ein wichtiges und weit verbreitetes Transportmittel.


Inv.Nr. 36033

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