• FA-121666 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag & Umwelt
Sammlungsgruppe
Haushaltstechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1850 - 1899

Mechanischer Staubsauger, ca. 1890 - 1910

Staub ist überall und gefährlich – diese Erkenntnis setzte sich ab 1850 durch. Staub zu beseitigen wurde zum Motor technischer Entwicklungsarbeit. Ein Produkt dieser Bemühungen ist der Staubsauger.

Dieses mechanische Gerät ist ein Wegbereiter zum heutigen Staubsauger. Die Staubbekämpfung mit Besen, Tüchern und Teppichklopfern war buchstäblich „Drecksarbeit“ und wurde zudem als unzulänglich befunden. Vielfältige patentierte Erfindungen sollten sie leichter, effizienter und hygienischer machen. Es wurde viel experimentiert: Zunächst wurde der Staub weggeblasen, bald darauf setzte sich die Idee des Wegsaugens durch. Ab 1859/60 erprobte man durch Muskelkraft angetriebene Geräte. Nach 1900 folgten Staubsauger, die mit Benzin- oder Elektromotoren angetrieben wurden. Allerdings wurden bis in die 1960er-Jahre weiterhin mechanische Geräte produziert. Nach ihrer Funktion werden sie in Propeller-, Blasebalg- oder Pumpensysteme unterteilt und nach ihrer Anwendungsweise in hand-, fuß- und radangetriebene Maschinen.

Zu letzteren zählt dieses Modell aus der Sammlung des Technischen Museums Wien. Auf einem Gestell mit Rädern und Schiebegriff sind Kammern und ein Behälter mit einem Staubbeutel aufgesetzt. In den Kammern sind Pumpenkörper. Mittels Ledereinsätzen, die mit dem Staubbehälter und einer Bodendüse verbunden sind, wird die Luft eingesaugt und wieder ausgeblasen. Wird das Gerät geschoben, wird kraft einer Übersetzung in den Kammern ein Unterdruck aufgebaut. Damit wird auf die vorne sitzende Düse eine Saugwirkung ausgeübt. Der Staub wird im Staubbeutel gesammelt.

Anfangs gab es noch verschiedene Antriebe und Prinzipien, wie rotierende Bürsten und Kolbenpumpen. Ab 1920 setzte sich langfristig die Elektrifizierung der Geräte und die reine Vakuumreinigung mittels Propeller durch. Frühe Staubsauger wurden vor allem von weiblichem und männlichem Dienstpersonal oder externen männlichen Dienstleistern verwendet. Handliche Modelle leiteten die Entwicklung zum „Hausfrauengerät“ ein.



Inv.Nr. 81976/1
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