Mercedes W 196 „Silberpfeil“, 1954/55

Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Straßenverkehr
Ausstellung
Mobilität
Epoche
1950 - 1959
Eine Rennflunder mit wechselhafter Geschichte: Beim „Silberpfeil“ von Mercedes gingen technisches Können und erfolgreiches Marketing eine enge Symbiose ein.

Schon um den Namen „Silberpfeil“ ranken sich Legenden. Vom Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer stammt die Anekdote, dass 1934 der Rennwagen W 25 am Tag vor dem Rennen ein Kilo mehr als erlaubt auf die Waage brachte. Daraufhin schrubbten die Mechaniker den weißen Lack vom Wagen. Das Silber der Aluminiumblechkarosserie kam zum Vorschein: Der „Silberpfeil“ war geboren.

Vermutlich aber hatte Mercedes die silbrige Farbe vom Konkurrenten übernommen. Der von Ferdinand Porsche konstruierte Rennwagen der Auto-Union war ebenfalls silbern. Von 1934 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs dominierten Auto-Union und Mercedes den internationalen Rennsport. Die nationalsozialistische Propaganda feierte die silbernen Fahrzeuge als „technische Wunderwerke“ und rief die Fahrer zu nationalen Helden aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Mercedes 1954 mit dem Rennwagen-Modell W 196 in den Grand-Prix-Sport zurück. Der Reihenachtzylinder-Motor mit 2.500 cm³ Hubraum hatte zwei oben liegende Nockenwellen und zwangsweise Ventilsteuerung. Eine Benzindirekteinspritzung erhöhte die Leistung, die bei 260 - 280 PS lag. Der Treibstoff war ein Spezialgemisch, der Verbrauch lag bei über 35 Litern pro 100 km.

Die stromlinienförmige Karosserie steigerte die Höchstgeschwindigkeit auf über 300 km/h. Durch den geringen Luftwiderstand hatte der Rennwagen auf schnellen Strecken Vorteile. Bei winkligen Kursen rempelten jedoch selbst gute Fahrer gegen die Streckenbegrenzungen. Mercedes setzte daher je nach Rennen unterschiedliche Karosserien ein: den wendigeren „Monoposto“ mit frei stehenden Rädern für kurvenreiche und das elegante Stromlinienschiff für schnelle Strecken.

Der „Silberpfeil“ des Technischen Museums Wien wurde hauptsächlich von Stirling Moss gefahren.


Inv.Nr. 16798

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