Modell einer Glashütte (Mundblashütte), 1893

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Ausstellung
IN ARBEIT
Epoche
1850 - 1899

Für die Arbeit am Glasofen braucht es Teamgeist, Kraft, Geschick, Erfahrung und einen langen Atem. Nur so lässt sich das eigenwillige Material bezwingen und in die fragilsten Gebilde verwandeln.

Die Arbeit in einer Glashütte ist schweißtreibend und gehört zu den schwersten körperlichen Tätigkeiten. Die Mühsal am glutheißen Ofen steht in krassem Gegensatz zu den zerbrechlichen Ergebnissen der Arbeit. Die Abläufe in der traditionellen Glashütte haben sich über Jahrhunderte hinweg nicht verändert. Einst wie heute hauchen die Arbeiter dem Glas mittels Glasmacherpfeife ihren Atem ein, und das in der unbarmherzigen Hitze der Ofenhalle.

Unser Modell einer Glashütte, in der mundgeblasenes Hohlglas erzeugt wird, ist ein Geschenk der Glashütte Stölzle & Söhne in Nagelberg (NÖ) aus dem Jahr 1893. Das Modell im Maßstab von etwa 1:20 wird durch zwei runde Glasöfen dominiert. An dem einen werden das Heizen der Öfen und das Schmelzen des Glasgemenges dargestellt. An dem anderen sieht man die Glasmacher bei ihrer Arbeit. Die Figuren im Maßstab von etwa 1:10 sind im Vergleich zu den Öfen unverhältnismäßig groß.

Ohne Glasmacherpfeife geht in der Glashütte nichts. Sie ist das Werkzeug der Glasmacher. Zunächst wird ein kleiner Posten Glasmasse aus dem Ofen genommen und mit der Pfeife zu einem Kölbel aufgeblasen. Die zu voller Größe aufgeblasene Kugel wird anschließend in eine Form eingeblasen. Das Öffnen und Schließen der Formen gehört zu den Aufgaben der Lehrjungen, die entsprechend kleiner dargestellt sind. Weitere Produktionsschritte, wie Ansetzen eines Stiels oder eines Henkels, folgen. Alle Arbeitsgänge erfordern ihre eigenen Werkzeuge, wie Walkerholz (Wallholz), Platschholz, Zwackeisen (Zwickeisen), Patzelschere oder Bodenschere.

Heute wird das meiste Gebrauchsglas jedoch maschinell erzeugt. Umso wertvoller ist dieses Modell des Technischen Museums Wien, das frisch restauriert sehr anschaulich einen Arbeitsplatz zeigt, der in den Industrieländern mehr und mehr verloren geht.

Hersteller des Modells: unbekannt
Herkunft: Stölzle & Söhne, Wien
Entstehungszeit: um 1893



Inv.Nr. 84179

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