Modell eines Dampfsudhauses, 1959

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Nahrungs- und Genussmittel
Epoche
1950 - 1959
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Das Sudhaus ist das Herz einer jeden Brauerei. Hier wird das Bier zwar noch nicht zum Bier, doch es erhält seine zur Vergärung notwendige Würze. Hopfen und Malz sind hier nicht verloren. Im Gegenteil.

Mälzen, Maische, Stammwürze, Treber – Begriffe, die uns aus der Braukunst bekannt sind. Doch der Reihe nach. Die Entstehung des „Gerstensaftes“ beginnt in der Mälzerei. Man lässt Gerste in Wasser keimen, d. h. mälzen, das entstandene Grünmalz anschließend auf einer Darre trocknen und schrotet das so erzeugte Malz zum Malzschrot.

Nun geht es weiter zur Maischenpfanne. Hier werden Malz und Brauwasser gemischt (Maische) und durch Erhitzen die im Malz enthaltene Stärke in Malzzucker umgewandelt. Danach wird die Maische gefiltert (geläutert). Die festen Bestandteile (Treber) werden zu Viehfutter, die klare flüssige Würze wandert weiter in die Sudpfanne. Hier kommt der Hopfen ins Spiel, denn nun wird die Würze zusammen mit dem Hopfen gekocht. Fertig ist die Stammwürze. Diese muss noch von allen nicht gelösten Bestandteilen befreit werden und wird anschließend abgekühlt. Damit verlassen wir das Sudhaus und begeben uns in den Keller.

Hier wird das Bier zum Bier. In großen Gärtanks wird die Würze mit Hefe versetzt und vergoren, wobei sich der enthaltene Zucker in Alkohol umwandelt. Es folgen noch die Lagerung, möglicherweise eine letzte Filtrierung und die Abfüllung des Bieres. Soweit zum grundsätzlichen Verfahren des Bierbrauens. Je nach Rohstoffen und Rezepturen entsteht eine große Vielfalt unterschiedlicher Biere.

Das Modell des Technischen Museums Wien aus dem Jahre 1959 zeigt ein Sudhaus, das Kernstück der Brauerei. Gut zu sehen sind die mächtigen Kupferkessel (Sudpfannen). Das Objekt trägt die Beschriftung „Modell des Dampfsudwerkes für 8 000 kg Malzschüttung der Brauerei Schwechat Wien“. Mit anderen Worten, hier wurden acht Tonnen Malz mit nahezu 500 Hektolitern (50.000 Litern) Wasser in einem Brauvorgang zur Würze verarbeitet. „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“
 
Geschenk: Verband der Brauereien, Wien
Hersteller: A. Ziemann GmbH, Ludwigsburg (Deutschland)
Entstehungszeit: 1959

Inv.Nr. 16935

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