Modell Feuerverzinkungsanlage, 1991

Test
Merken
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Metallbearbeitung
Epoche
1990 - 1999
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Eines der nüchternsten Modelle des Technischen Museums Wien, hergestellt vom Modellatelier der VÖEST. Mit der Originalanlage sollten jährlich 210.000 Tonnen Stahlblech verzinkt werden.

Zink diente über Jahrhunderte als Legierungsmetall, zum Beispiel für Messing. Dabei wurde Kupfer mit Zinkerzen (Galmei) verschmolzen. Erst spät erlangte man in Europa genauere Kenntnis des Metalls. Die Zinkgewinnung war ein großes Problem, denn bei den zur Verhüttung notwendigen Temperaturen verdampfte es wegen seines niedrigen Siedepunkts und entwich mit den Gasen aus den Öfen. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden daher Zinkerze mit Holzkohle vermengt und in einer liegenden Retorte (Muffel) indirekt beheizt. In der Folge kondensierte das reine Zink unter Luftabschluss.

Das spröde, aber preiswerte Metall fand zunächst unter anderem zur Erzeugung von Dachblechen Verwendung. Seit den 1820er-Jahren wurden auch Büsten, architektonische Verzierungen und weitere Gegenstände aus Zink gegossen. Die Korrosionsbeständigkeit des Metalls war seit längerem bekannt, um 1836 begannen erste Betriebe mit der Feuerverzinkung von Stahl, um diesen gegen Rost zu schützen. In Österreich nahm als erster Georg von Winiwarter in Gumpoldskirchen um 1851 eine solche Erzeugung auf.

Darüber hinaus erlangte Zink Bedeutung für die Erzeugung von Pakfong, einer Legierung mit Kupfer und Nickel. Zuvor seit langer Zeit in China verbreitet, fand diese Metallmischung unter vielen Namen Eingang in die europäische Warenproduktion. So erzeugten Alfred Krupp und Alexander Schoeller in Berndorf daraus unter der Bezeichnung „Alpacca“ Bestecke, die wie Silber glänzten. In Wien fand Alexander Markus Beschorner eine besondere Verwendung: Er betrieb eine der größten Zinksargfabriken des Kontinents. Aufgrund der vielfachen Einsatzmöglichkeiten stieg die Produktion dieses Metalls zwischen 1806 und 1866 auf das 550-Fache.


Hersteller: Modellatelier der VÖEST-Alpine Stahl Linz AG

Herstellungszeit: 1991

Inv.Nr. 66542/1

Member of