Modell Stuckofen

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Montanwesen
Epoche
1930 - 1939
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Friede den Hütten! Wundert Sie, warum imposante Hochofenanlagen oder Stahlwerke einfach „Hütte“ genannt werden? Zum Schutz vor der Witterung wurden die Schmelzöfen in eine Hütte gestellt.

Manche Begriffe im Vokabular der Berg- und Hüttenmänner, die uns heute merkwürdig erscheinen, haben einen ähnlichen Hintergrund. Am Beginn der Eisenproduktion stand der „Rennofen“. Eisenerz wurde in kleinen, mit Holzkohle befeuerten Öfen geschmolzen. Das Endergebnis war eine geringe Menge an kohlenstoffarmen und daher harten, aber elastischen Eisen. Daneben entstand Schlacke, die aus dafür vorgesehenen Öffnungen rann. Davon erhielt der Prozess seinen Namen.

Rennöfen werden auch als „Windöfen“ bezeichnet. Um die erforderliche Schmelztemperatur zu erreichen, wurde ursprünglich der natürliche Wind genutzt. Später bediente man sich manuell betriebener Blasbälge. Im Mittelalter wurden die Wind- oder Rennöfen verbessert und vergrößert. Es entstanden die sogenannten „Stucköfen“. Hier ein Modell aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien. Die Sauerstoffversorgung dieser Öfen erfolgte durch Blasbälge, die von Wasserrädern angetrieben wurden.
Die Erzeugung von Schmiedeeisen in diesen Öfen erforderte viel Zeit. Nach dem Schmelzen des Erzes musste der Ofen langsam auskühlen. Um an das gewonnene Stück Eisen zu gelangen, musste die zugemauerte Ofenbrust aufgerissen werden. Dieses bezeichnete man als „Stuck“ oder „Maß“.

Metallurgisch ist es ein mit Schlacke durchsetzter Eisenschwamm. Um die gewünschte Qualität zu erreichen, musste dieses Stuck anschließend 30 - 40 Mal abwechselnd ausgeheizt und geschmiedet werden. Dabei wurden die mitgeführten Schlackenreste entfernt. Vor dem nächsten Schmelzvorgang musste die Ofenbrust wieder zugemauert werden.


Inv.Nr. 9772

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