Musterbuch mit japanischen Seidengeweben, 1. Hälfte 20. Jh.

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Textilien und Bekleidung
Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
In Schönheit sterben: Seidenraupen erzeugen in ihrem Maul den begehrten Stoff und verpuppen sich darin. Vor dem Schlüpfen werden sie in diesen Kokons mittels heißem Wasser oder Wasserdampf getötet.

Die Seidenerzeugung spielte im 18. und 19. Jahrhundert in Wien und Niederösterreich eine bedeutende Rolle. Maria Theresia förderte die Pflanzung von Maulbeerbäumen, welche Nahrung für die Seidenraupen lieferten. Ein Zentrum für die Erzeugung und den Konsum von Seidenwaren war Wien, wo ein kaufkräftiges und modebewusstes Publikum lebte. Unter anderem waren Seidenbänder sehr beliebt. 1813 beschäftigten in Wien 600 Seidenzeugfabrikanten rund 15.000 Personen an 8.000 Handwebstühlen. Drei Jahre später erhielt Christian Georg Hornbostel ein Patent auf einen mechanischen Seidenwebstuhl und eröffnete eine Weberei in Leobersdorf (NÖ). Die Garne kamen zu einem erheblichen Teil aus der Lombardei, mit der Abtretung dieser Provinz 1859 verlor das Seidengewerbe stark an Bedeutung. Das Technische Museum Wien besitzt eine Reihe von Geräten zur Seidenerzeugung und Produkte aus dieser Zeit.

Seide blieb allerdings schon aufgrund ihrer Eigenschaften beliebt: Sie ist leicht und dabei fest, knittert wenig, isoliert gegen Kälte und Hitze und lässt sich gut färben oder bedrucken. Die internationale Nachfrage verteuerte die Seide, daher wurde versucht, ein Produkt mit vergleichbaren Eigenschaften herzustellen. Um 1884 entwickelte der Chemiker Hilaire de Chardonnet in Frankreich die erste „Kunstseide“, sie bestand aus Nitrozellulose. Wenige Jahre später wurde dieses neuartige Material auf einer Ausstellung präsentiert und erregte großes Aufsehen. Originalseiden und Motive auf Seidenstoffen, unter anderem nach japanischen Vorbildern, erlangten in der Kultur des Jugendstils in Wien wieder einige Bedeutung.


Entstehungszeit: 1. Hälfte 20. Jh.

Inv.Nr. 82818

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