Pianino mit Jankó-Klaviatur

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Musikinstrumente
Ausstellung
Musikinstrumente
Epoche
1850 - 1899
Die „klassische“ Klaviatur, die man vom Klavier her kennt, ist seit Jahrhunderten in Gebrauch. Es gab aber immer wieder Versuche, sie zu verbessern und zu reformieren.

Einer dieser Versuche ist die Klaviatur, die der Mathematikstudent Paul von Jankó (1856 - 1919) 1882 erfand. Sie ist eine Weiterentwicklung der chromatischen Klaviatur und hat zahlreiche spieltechnische Vorteile: Für alle Tonarten ist der Fingersatz gleich, die Handhaltung ist natürlicher und die Spannweite für das Spielen von Intervallen ist größer als bei normalen Klaviaturen. Außerdem ist es möglich, in allen Tonarten und in Mehrklängen Glissandi zu spielen.

Die Halbtöne sind in gleichmäßiger Abfolge auf eine Doppelreihe verteilt. Aus spieltechnischen Gründen sind drei dieser Doppelreihen terrassenförmig übereinander angeordnet. Die bekannte schwarz-weiße Färbung der Tasten wurde beibehalten, um die Orientierung zu erleichtern.

Da die Jankó-Klaviatur vom Spielenden ein komplettes Umlernen erfordert, konnte sie sich trotz ihrer Vorzüge nicht dauerhaft durchsetzen. Die Firma Rosenkranz in Dresden baute daher Instrumente, in denen alte und neue Klaviatur miteinander kombiniert waren, wie bei dem Instrument aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien.

Hersteller: Ernst Rosenkranz, Dresden
Entstehungszeit: ca. 1890


Inv.Nr. 32163

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