Ausstellung
Abenteuer Forschung
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Programmiergerät „Kaffeemühle“

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Ein naturweißes Plastikgehäuse mit einer Kurbel oben dran: Ein bisschen sieht das Gerät ja wirklich wie eine Kaffeemühle aus. Doch der Spitzname täuscht über die lebensrettende Bedeutung hinweg.

Die „Kaffeemühle“ in der Ausstellung „Abenteuer Forschung“ des Technischen Museum Wien trägt einen witzigen Spitznamen. Tatsächlich handelt es sich bei dem unscheinbaren Gerät um einen Meilenstein der Medizingeschichte: Es ist das erste Programmiergerät für Herzschrittmacher, mit dem man von außen deren Energieausstoß verändern konnte.

Die Ausstellung informiert Sie über die faszinierende Geschichte des Herzschrittmachers, die mit der aufsehenerregenden Entdeckung begann, dass bereits ein einfacher Nadelstich in ein stehengebliebenes Herz dieses unter Umständen wieder zum Schlagen bringen kann. Sie können in der Ausstellung den ersten Herzschrittmacher der Welt – ein kiloschweres Gerät – bewundern und die modernen, winzigen Apparaturen von heute sehen, die in den Körper eingepflanzt werden.

Eines der Hauptprobleme bei der Entwicklung von Herzschrittmachern war die Anpassung ihrer Impulse an die momentane Leistung der Herzkranken. Schließlich muss das Herz bei körperlicher Anstrengung schneller schlagen. Dies ist aber nur möglich, wenn die Impulse des Herzschrittmachers dem jeweiligen Bedarf angepasst werden. Bei einem Gerät im Inneren des Körpers ist das gar nicht so einfach umsetzbar. Erst Anfang der 1970er-Jahre brachte die „Kaffeemühle“ die Lösung: Sie wurde direkt über dem eingepflanzten Herzschrittmacher außen am Körper aufgesetzt. Mit der Kurbel konnte die Energieabgabe gesteigert oder verringert werden. Diese Erfindung war der erste Schritt hin zur Technologie heutiger Geräte, deren Leistung sich vollautomatisch an die jeweilige Belastung anpasst – und damit den PatientInnen ein normales Leben ermöglicht.



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