• FA-120537 Quelle: Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Technische Zeichnungen
Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Räder Eisenbahnwagen, Druck, 1862

Die Gussstahlfabrik Friedrich Krupp in Essen produzierte die abgebildeten Achsen und Räder für Eisenbahnwagen der „Berlin-Anhaltischen-Eisenbahn“ und der „Cöln-Mindener-Eisenbahn“.

Der Druck der Zeichnung stammt aus der schmuckvollen Präsentationsmappe „Gußstahlfabrikate von Fried. Krupp in Essen (Rhein-Preussen)“. Die Mappe aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien enthält namhafte Firmen, Schifffahrts- und Eisenbahngesellschaften als Referenzen und Beispiele von Erzeugnissen für Eisenbahnwagen, Kanonen und Haubitzen.

Die abgebildeten Räder und Achsen sind ein exemplarisches Beispiel. Die „Berlin-Anhaltische-Eisenbahn“ war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Eisenbahnlinien in Deutschland. Ihre rund 430 km lange Strecke verband Berlin mit dem nördlichen Teil des Königreichs Sachsen und dem Herzogtum Anhalt. Die „Cöln-Mindener-Eisenbahn“ war eine wichtige Verbindungslinie zwischen dem Rheinland, den norddeutschen Seehäfen und Berlin.

Die Gussstahlfabrik Krupp wurde 1811 von Friedrich Krupp gegründet. In den ersten Jahren wurden vor allem Kleinstahlwaren und Kochtöpfe produziert. Die Anzahl der Angestellten war gering. 1826 übernahm der Sohn Alfred Krupp die Leitung. Mit dem Ausbau der Eisenbahnlinien in Deutschland und der Waffenproduktion erlebte die Gussstahlfabrik Krupp eine wichtige Wende. Ab 1847 entstand der Produktionszweig für Eisenbahnteile. 1852 wurde der nahtlose Radreifen erfunden, der rationell hergestellt werden konnte und gute Materialeigenschaften aufwies. Mit ihm gedieh die Gussstahlfabrik Krupp zu einem der wichtigsten Lieferanten für Lokomotiv- und Wagenteile in Deutschland. Sie positionierte sich auch im Export nach Russland, Nordamerika, Südafrika oder Brasilien. Der Grundstein für das spätere Industrieimperium war gelegt.

Noch heute erinnern drei Ringe im Firmenlogo der ThyssenKrupp AG an die bahnbrechende Erfindung der nahtlosen Radreifen.



Inv.Nr. BPA-007221/3
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