• FA-123750 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Nahrungs- und Genussmittel
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Reis „Tonking No 1“, Vietnam, 1. Hälfte 20. Jh.

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Mehr als 50 unterschiedliche Reissorten in der Warenkunde-Sammlung des Technischen Museums Wien dokumentieren den Stellenwert und die Vielfalt eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt.

Die Zahl erscheint zunächst hoch, doch angesichts von mehr als 100.000 Reissorten weltweit auch wieder verschwindend gering. Reis gehört – neben Weizen, Mais, Hirse, Roggen, Hafer und Gerste – zu den sieben wichtigsten Getreidearten der Welt. Für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist Reis das Hauptnahrungsmittel, in einigen asiatischen Ländern stellt er bis zu 80 Prozent der Gesamtnahrung dar.

Die Reispflanze wurde bereits einige Jahrtausende v. Chr. im asiatischen Raum kultiviert. Im 10. Jh. n. Chr. brachten die Mauren den Reis nach Spanien. Seit dem 15. Jh. wird er in der italienischen Po-Ebene angebaut, im 17. Jh. gelangte er nach Nordamerika und im 19. Jh. auch nach Australien. Heute werden mehr als 95 Prozent des Weltertrages in Asien erbracht. Unser „Tonking-Reis“ stammt aus der vietnamesischen Provinz gleichen Namens, auch in den Schreibweisen Tonkin, Tongkin, Tonquin oder Tongking bekannt (Bắc Kỳ in Vietnamesisch).

Rund 80 Prozent der Weltreisernte werden im arbeitsintensiven Nassreisanbau erzeugt. Bevor der Reis auf dem Tisch landet, durchläuft er eine Reihe von Produktionsschritten. Wie andere Getreidearten wird er zunächst gedroschen (Rohreis), dann von den Spelzen befreit (geschälter Reis), geschliffen (weißer Reis) und manchmal noch poliert (polierter Reis). Vollkorn- bzw. Naturreis enthält noch das Silberhäutchen und den Embryo, ist also reicher an Vitaminen, Eiweiß und Spurenelementen.

Ob als Langkorn- oder Rundkornreis, als duftender Basmati- oder Jasminreis, als Parboiled- oder Vollkornreis – Gerichte aus dem Alleskönner Reis haben die unterschiedlichsten regionalen Ausformungen gefunden, wie Paella, Risotto, Nasi Goreng oder Sushi. Doch Reis kann noch mehr, von Reismilch, -schnaps, -wein oder -stroh bis hin zum aus Reismehl erzeugten essbaren Papier. 

Entstehungszeit: 1. Hälfte 20. Jh.

Inv.Nr. 52937
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