• FA-118228 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Reproduktionsflügel Steinway-Welte

Wie von Geisterhand gespielt, bewegen sich die Tasten dieses pneumatisch gesteuerten Klaviers. Seine Erfindung 1904 war eine Sensation.

Reproduktionsklaviere gibt es seit dem späten 19. Jahrhundert. Die Klaviermechanik wird bei allen diesen Instrumenten automatisch gesteuert. Der wirkliche Durchbruch gelang erst durch die pneumatische Steuerung mittels Saugluft, mit gelochten Papierstreifen als Datenträger. Die Tasten werden durch einen Balg angeschlagen, der sich durch Luftzufuhr bewegt. Die Steuerung der Luft erfolgt mittels der Lochreihen eines Papierbandes, der „Notenrolle“.

Welte & Söhne, einer der wichtigsten Hersteller von Reproduktionsapparaten, baute seine Technik nur in bekannte Flügelmarken ein, wie Steinway, Bechstein oder Imbach. Das Besondere am System Welte war, dass nicht nur die Tastenbewegungen, sondern auch die Dynamik des Spiels während des Einspielens eines Musikstücks aufgezeichnet wurde. Die Aufnahmen sind daher ernst zu nehmende Dokumente der Interpretationsgeschichte. Sie ermöglichen die authentische Wiedergabe des Spiels berühmter Pianisten des beginnenden 20. Jahrhunderts, wie beispielsweise Max Reger, Eugen d´Albert und Emil von Sauer.

Es gibt auch Stücke, die speziell für das mechanische Klavier komponiert wurden, etwa von Paul Hindemith, George Antheil oder Conlon Nancarrow. Den Komponisten eröffnete das mechanische Klavier neue Freiheiten: Ohne Rücksicht auf die eingeschränkten Möglichkeiten von zwei spielenden Händen konnten beliebige Tonfolgen auf den Notenrollen gesetzt werden. Einige der avantgardistischen Stücke sind von menschlichen Händen tatsächlich nicht spielbar.

Dieser Flügel aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien wurde in jahrelanger Wiederherstellungsarbeit restauriert und spielbar gemacht. Es ist der einzig erhaltene Steinway-Welte-Flügel im Dekor „gekalkte Eiche“.

Hersteller Flügel: Steinway & Sons, Hamburg
Hersteller Reproduktionsapparat: M. Welte & Söhne, Freiburg
Entstehungszeit: 1913/1915

Inv.Nr. 17864/1
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