Rodauner Zementfabrik (Wien), 1931

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Quelle: Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
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Epoche
1930 - 1939
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Die Farbradierung von Erich Veit zeigt die Vorderansicht der „Rodauner Cementfabriks AG“ im Jahre 1931. Noch heute steht das verlassene Werk als „Industriedenkmal“ im Tal der Dürren Liesing.

1896 entstand am südlichen Rand von Wien eine kleine Fabrik zur Produktion von Portlandzement. Das Zementwerk wurde zur Herstellung von gebranntem Kalk für die emporstrebende Stadt auf einem Gelände aus Kalkstein errichtet. 1908 erfolgte die Übernahme durch die „Königshofer Cementfabrik AG“ aus Böhmen. Das Zementwerk wurde vergrößert, weitere Brennöfen erbaut und die Fabrik zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region.

Im Ersten Weltkrieg mussten viele Zementwerke wegen Kohlenmangels eingestellt werden. Nach 1918 erfolgte die Umwandlung in die „Rodauner Cementfabriks Aktiengesellschaft“. Zur besseren Nutzung der umliegenden Kalksteinvorkommen wurde das Werk um 1928 erweitert. Die einzelnen Steinbrüche wurden mit einer Seilbahn verbunden und ein großer Drehofen errichtet. 1940 übernahm die Perlmooser AG die Fabrik. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwunges und Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk vergrößert und weiter ausgebaut. 1995 kaufte die französische Firma Lafarge das Werk. Das bedeutete 1996 die Schließung und damit das Ende der Zementproduktion in Rodaun.

Der Künstler Erich Veit (1896 - 1981) hatte um 1920 gemeinsam mit seinem Bruder Hans Veit ein Atelier in den Räumlichkeiten des Technischen Museums Wien angemietet. Seine Radierungen „Stätten der Arbeit“ dokumentieren die Entwicklung der Technik in Österreich, vor allem zu den Themen Industrie, Wasserbau, Hochbau und Eisenbahn. Seine Bilder wurden auch in der Schausammlung und in den Ausstellungen des Technischen Museums gezeigt.

Die Sammlung der Grafiken von Erich Veit konnte in den 1990er-Jahren durch einen Ankauf auf ca. 150 Grafiken erweitert werden. Seine Kupferdruck-Handpresse (ca. 1820) befindet sich in der Schausammlung des Technischen Museums.



Inv.Nr. BPA-005427

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