Röhrentrockenhaube „Figaro“, 1910 - 1920

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Um 1910 kam frischer Wind in die Frisiersalons. Mit der Erfindung von Haarwaschmitteln und sogenannten „Heißluftduschen“ wurde die Haarwäsche in Frisiersalons üblich.

Ein Spirituslämpchen und ein kleiner Propeller erzeugten bei den ersten Windgeräten ab ca.1890 einen warmen Luftstrom in den Apparaten. Die Erfolgsgeschichte von Trockenhauben und Föhnen begann jedoch erst mit leistungsfähigeren elektrischen Geräten, die den neuen Erfordernissen der Körperpflege entgegenkamen. Steigende Hygienestandards verlangten eine häufigere Haarwäsche, und Haartrockner vereinfachten die langwierige Prozedur. Mit Aufkommen von Kurzhaarfrisuren dienten sie zusätzlich der Haarformung.

Diese Röhrentrockenhaube des Technischen Museums Wien nutzte zwei Energiequellen: Strom und Gas. Ein voluminöser elektrischer Universalmotor trieb das Gebläse an, während ein Gasbrenner die Wärme erzeugte. Dies setzte sich langfristig allerdings nicht durch. Für die Wärmeerzeugung sorgte zunehmend die verbesserte elektrische Heizspirale. Das Gebläse ist mit krakenförmig angeordneten Röhren verbunden, die mit Löchern versehen sind. So wird die Heißluft, die aus ihnen entweicht, nicht wie bei früheren Geräten einfach in den Raum geleitet. Die Röhrenhaube ermöglichte ein gleichmäßiges Verteilen der Heißluft und gleichzeitig ein schnelles Entweichen der feuchten Luft.

Die Röhrentrockenhaube wurde in den 1930er- und 1940er-Jahren vorherrschend. Bis in die 1950er-Jahre wurde sie benutzt. Ab ca. 1935 wurden verkleinerte, leichte Motoren und Gebläse direkt an der Haube untergebracht. Ab ca. 1950 löste die geschlossene Haube aus dem neuen Material Plexiglas die Röhrenhaube ab. Anders als Föhne, wurden Trockenhauben lange nur in Frisiersalons benutzt. Erst Ende der 1950er-Jahre kamen Modelle für den Hausgebrauch auf.



Inv.Nr. 53867/2

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