Samuraischwert, evtl. 12. Jh.

Test
Merken
Bild
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Metallbearbeitung
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Eine sagenhaft alte Waffe? Ein Schwert für einen japanischen Samurai, gefertigt in der Provinz Soshin, angeblich 800 Jahre alt. Sein Hersteller ist bisher unbekannt, die Datierung nicht sicher geklärt.

Das Objekt stammt aus der bedeutenden Messer- und Bestecksammlung von Anton Petermandl (1820-1900), der lange in der oberösterreichischen Staatsbuchhaltung tätig war. 1882 trat er seine Kollektion an die k. k. Fachschule für Eisen- und Stahlindustrie in Steyr ab, wo sie Lehrzwecken diente. Im Ersten Weltkrieg kam die Sammlung an das Technische Museum in Wien, 1956 ging ein Teil an das Eisenmuseum in Steyr (heute Stadtmuseum) zurück. Dieses Schwert erstand Petermandl aus dem Nachlass des Wiener Arztes Dr. Albrecht von Roretz (1846-1884), der längere Zeit als Spitalsarzt in Japan gelebt und dabei eine umfangreiche Sammlung angelegt hatte. Roretz verstarb relativ jung im Schloss Himmel in Obersievering bei Wien.

Eisen ist je nach seinem Kohlenstoffgehalt weich und zäh oder hart und spröde. Die Hersteller der klassischen japanischen Schwerter schmieden mehrere Lagen des Metalls mit unterschiedlichen Eigenschaften zusammen. Die dabei entstehenden Blöcke werden geteilt, übereinandergelegt (gefaltet) und erneut geschmiedet. Dies geschieht so lange, bis die Klinge nach Auffassung des Handwerkers die optimalen Eigenschaften erlangt hat. Dieser Vorgang ähnelt stark der Erzeugung von Damaststahl, der etwa im Orient und Südostasien eine lange Tradition aufweist. Doch werden diese Damaszener Klingen so bearbeitet, dass die unterschiedlichen Lagen in einer reizvollen Maserung an der Oberfläche sichtbar werden.

Die Erzeugung von Blankwaffen für die Kriegerkaste hat in Japan eine lange Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie verboten, viele Schwerter wurden beschlagnahmt und vernichtet oder aus dem Land gebracht. Erst nach Jahrzehnten fand dieses anspruchsvolle Handwerk wieder Verbreitung und erweckt seither international Aufmerksamkeit.


Entstehungszeit: evtl. 12. Jh.

Herstellungsort: Japan, Provinz Soshin



Inv.Nr. 63681/1

Member of