Sanitätskasten, um 1895

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Aderlassbinden, Kehlkopfspritzen, Mastdarmkühler, Zungenzangen: Die Wiener Hoflieferanten Waldek, Wagner & Benda boten um die Jahrhundertwende fast alles an, was Ärzte und Spitäler benötigten.

In einem fast 500-seitigen Katalog aus dieser Zeit offerierten die Teilhaber spezielle kleinere und größere Verbands- und Rettungskästen für Berg- und Hüttenwerke, Industrie- und Baubetriebe, Eisenbahnen und Feuerwehren, Theater und Unterhaltungsstätten, für Badeanstalten sowie für die „Wiener freiwillige Rettungs-Gesellschaft“.

Dieser Kasten gelangte als Spende der Firma um 1895 an das „Gewerbe-hygienische Museum“ in Wien und von diesem später an das Technische Museum. Er ist in einem Katalog dieser Einrichtung zum Arbeiterschutz verzeichnet, gemeinsam mit Rettungskästen der Maschinen- und Waggonbaufabrik Ringhoffer in Prag und der sächsischen Firma Karl Wendschuch in Dresden.

Der Kasten enthält laut Beschriftung unter anderem Verbandsmaterial aus Baumwolle, Leinen und Guttapercha sowie Verbandsschienen aus Lindenholz; einen „Schlundstoßer“, um Fremdkörper in den Magen zu befördern; weitere Utensilien wie Verbandsschere, Wundspritze, Eiterschale, Fingerschützer und Frottierbürste; Eisenchloridlösung zur Blutstillung; Jodoform, Terpentinöl und Essigsäure für die Desinfektion; Salmiakgeist, Hoffmannsgeist und Cognac gegen Ohnmachts- und Schwächeanfälle und zur Belebung der Sinne; Kirschlorbeerwasser für den Magen-Darm-Trakt sowie Mandelöl zur Hautpflege. Diese Hilfsmittel und Ingredienzien gewährleisteten zumindest eine Erstversorgung bei kleineren Betriebsunfällen.

Ein Mitbegründer des Unternehmens, Gustav von Benda (1847-1932), legte eine große und bedeutende Kunstsammlung an und machte sich auch als Mäzen einen Namen. Ein besonders wertvolles Stück war die sogenannte „Benda-Madonna“, ein spätgotisches Bild. Benda vermachte seine Sammlung dem Kunsthistorischen Museum in Wien.


Hersteller: Waldek Wagner & Benda, Wien

Entstehungszeit: um 1895

Inv.Nr. 31285/1

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