• BPA-000833-34_Schneekristall.jpg Mikrofotografien von Schneekristallen, ca. 1890–1920, Quelle: Technisches Museum Wien
  • 02.Bentley mit Mikroskop.jpg Bentley mit Mikroskop, Quelle: Technisches Museum Wien
  • BPA-000833-13_Schneekristall.jpg Mikrofotografien von Schneekristallen, ca. 1890–1920, Quelle: Technisches Museum Wien
  • BPA-000833-55_Schneekristall.jpg Mikrofotografien von Schneekristallen, ca. 1890–1920, Quelle: Technisches Museum Wien
  • BPA-000833-79_Schneekristall.jpg Mikrofotografien von Schneekristallen, ca. 1890–1920, Quelle: Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Bilddokumente
Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Schnee von gestern

Wilson Bentleys faszinierende Mikrofotografien von Schneekristallen

Eine kleine Sammlung von 87 Schneekristall-Aufnahmen im Archiv des Technischen Museums Wien dokumentiert den sprichwörtlichen „Schnee von gestern“. Mit seinen eindrucksvollen Mikrofotografien legte der amerikanische Schneeforscher und Amateurfotograf Wilson Alwyn Bentley (1865–1931) den Grundstein zur angewandten Schneeforschung.

Naturphänomene faszinierten den Sohn eines Farmers aus Jericho im schneereichen Norden Vermonts bereits in jungen Jahren. Bentleys Mutter, eine ehemalige Lehrerin, besaß ein Mikroskop, was um 1880 eine Besonderheit darstellte. Der wissbegierige Wilson saß im Winter stundenlang in einem unbeheizten Schuppen und untersuchte unter dem Mikroskop die filigranen Kristalle, aus denen Schneeflocken bestehen. Als Bentley siebzehn Jahre alt war, überredete seine Mutter den widerwilligen Vater zum Kauf eines neuen Mikroskops der Bausch & Lomb Optical Company und einer Balgenkamera. Zwei Jahre lang experimentierte er mit der kostspieligen Ausstattung, bis es ihm am 15. Januar 1885 erstmals gelang, eine mikroskopische Vergrößerung eines Schneekristalls fotografisch festzuhalten.
Winter für Winter setzte Bentley unermüdlich seine fotografische Arbeit fort und ließ sich nicht davon abbringen, selbst wenn Vater, Bruder und Nachbarn seine Beschäftigung für Zeitvergeudung hielten. War die Zahl der Mikrofotografien in den ersten Jahren noch verhältnismäßig gering, perfektionierte er mit der Zeit seine Technik bis zum Rekord von 338 Aufnahmen im Winter 1919. Zudem führte er in Notizbüchern minutiös Protokoll über Witterungsverhältnisse und Temperatur am jeweiligen Aufnahmetag sowie bezüglich Belichtungsdauer und Kamera-Einstellungen. Sein 1931 erschienenes Meisterwerk „Snow Crystals“ enthält über 2.500 Illustrationen, vorwiegend von Schneekristallen, aber auch einige von Frost und Tau. Bentley konnte noch das frisch gedruckte Exemplar in Händen halten, starb jedoch wenige Wochen später an einer Lungenentzündung. 

Seine außergewöhnliche Fotodokumentation umfasst 5.831 Schneekristall-Bilder. Nach Bentleys Tod gelangten die Original-Glasplatten ins Buffalo Museum of Science in New York, Abzüge finden sich in den Fotosammlungen einiger bedeutender Institutionen, darunter des Smithsonian in Washington und des Technischen Museums Wien. Bentley, ursprünglich von den Dorfbewohnern spöttisch „Snowflake Bentley“ genannt, ist mit dem Spitznamen „Snowflake Man“ („Schneeflockenmann“) für sein Lebenswerk in die Geschichte eingegangen.

Die komplette Fotosammlung der Schnellkristalle von W. A. Bentley aus dem Museumsarchiv ist im Online-Katalog abrufbar.



Inv.Nr. BPA-000833
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