• FA-124592 (Inv.Nr. 69618), © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-124588 (Inv.Nr. 33701), © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-12459 (Inv.Nr. 70461), © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Schülerarbeiten, Keramik, Böhmen, 1907-1912

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In der Fachschule für Keramik im böhmischen Teplitz (Teplice) legte man um 1900 Wert auf das Arbeiten nach der Natur. Pflanzen, Menschen und lebende Tiere wurden als „Modelle“ herangezogen.

Ein kleines Konvolut an Schülerarbeiten, entstanden zwischen 1885 und 1917, umfasst die unterschiedlichsten Keramikarten (Tonwaren, Steingut, Steinzeug, Porzellan) sowie verschiedene Formen (Gefäße, Teller, figurale Plastiken, Kacheln/Fliesen). Das beigefügte Verzeichnis gibt außerdem wertvolle Hinweise auf die angewandten Veredelungstechniken (Auf- und Unterglasurmalerei, Scharffeuerglasuren, Muffelschmelzfarben, Salz- und Zinnglasuren).

Drei Beispiele aus dieser Objektgruppe des Technischen Museums Wien sollen hier vorgestellt werden: „Hahn, Steingut, mit Farbglasur, 1907“ (Bild 1), „Vase, Weichporzellan, mit Unterglasurpasten, 1908“ (Bild 2) und „Teller, Hartporzellan, Muffelschmelzfarben, 1911/1912" (Bild 3).

Keramiken lassen sich auf die vielfältigste Weise veredeln. Etwa durch farbige Glasuren, zum Beispiel Zinnglasuren, die mit Metalloxiden eingefärbt wurden (Hahn). Zusätzlich zur Glasur lassen sich Keramiken bemalen, indem die Farben unter der Glasur oder auf der Glasur aufgebracht werden. Wird die Keramik bei hohen Temperaturen scharfgebrannt, entstehen Scharffeuer-Unterglasuren (Vase) oder Scharffeuer-Aufglasuren. Jedoch vertragen nicht alle Metalloxide die hohen (scharfen) Brenntemperaturen bis zu 1.500° Celsius. Daher ist die Palette der sehr haltbaren Scharffeuerfarben begrenzt.

Muffelschmelzfarben werden dagegen bei niedrigeren Temperaturen bis zu 900° Celsius eingebrannt (Teller). Bei dieser Aufglasurtechnik verschmelzen die auf das bereits glasierte Porzellan aufgetragenen Farben beim erneuten Brand mit der Glasur. Die Palette an Muffelfarben ist groß, die Haltbarkeit der Glasuren/Malereien jedoch geringer.

Das kleine Konvolut an Keramik-Schülerarbeiten zeigt ein großes Spektrum kunsthandwerklicher Produktion und ist damit eine wertvolle produktionstechnische Quelle. 

Hersteller: K. k. Fachschule für Keramik und verwandte Kunstgewerbe, Teplitz-Schönau (Teplice), Böhmen
Entstehungszeit: 1907-1912

Inv.Nr. 69618
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