• FA-123641 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123645 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123644 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Nahrungs- und Genussmittel
Epoche
1930 - 1939
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Semmelkerbmaschine, Patent Ringl, um 1930

Test
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Woher hat die „Kaisersemmel“ ihren Namen? Von einem Wiener Bäcker namens Kayser? Oder als allerhöchste Auszeichnung für das Beste vom Besten? Oder vom italienischen „alla casa“ (nach Art des Hauses)?

Wie dem auch immer sei, unbestritten ist ihre eindeutige Form: rund, mit fünfteilig eingekerbtem Stern. Dieser erhöht den Anteil der Kruste und verleiht der Semmel damit nicht nur ihr charakteristisches Aussehen, sondern auch ihren Biss. Werden die fünf Kerben von Hand geformt, haben wir es mit einer Handkaisersemmel zu tun. Es lag nahe, den aufwendigen Herstellungsprozess zum Teil auf Maschinen zu übertragen.

Alois Ringl in Wien erhielt unter der Nr. 98437 im Jahr 1924 ein Patent auf seine Erfindung für einen „Messerkopf für Semmelkerb- und Wirkmaschinen“. Ziel der Erfindung war es, die Handarbeit zu imitieren und damit zu ersetzen. Mehrere Lösungsversuche anderer Erfinder waren vorher gescheitert, da sich die fünf typischen Teigstücke nicht überlappten und sich voneinander lösten. Ringls patentierte Erfindung schuf mit seinen Messerköpfen Abhilfe. „Solche Messer bilden mit Handarbeit hergestellte Semmeln vollständig nach und teilen das Teigstück derart, daß ein Loslösen der Teiglappen während des Backens und ein Aufblättern derselben verhindert ist.“

Die Semmelkerbmaschine des Technischen Museums Wien stammt aus dem Hause Ringl & Co. in Wien und entstand um 1930. Ein rotierender Teller kann sechs Teigstücke aufnehmen, in die der Messerkopf mit windschiefer Schraubenfläche hineinfährt, „so daß die Bewegung der Kerbmesser in der Teigmasse ohne Verformung der gebildeten Lappen erfolgt und die Lappen sich schalenförmig nach allen Richtungen übergreifen.“

Die Maschine war einige Jahrzehnte in einer Bäckerei im 7. Wiener Gemeindebezirk im Einsatz. Das Ringl’sche Verfahren hat sich dem Prinzip nach bis heute erhalten. Das ist jedoch die einzige Gemeinsamkeit zwischen der transmissionsbetriebenen Semmelkerbmaschine aus dem Jahr 1930 und heutigen Semmel-Fertigungsstraßen. 

Hersteller: Alois Ringl & Co., Wien
Entstehungszeit: um 1930

Inv.Nr. 54285
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