• FA-123603 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123604 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Land- und Forstwirtschaft
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Sensenblatt mit Beschriftung „Ohne Fleiß kein Preis“, um 1847

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Scharfe Schneiden, „schwarze Grafen“ – die Herstellung von Mähwerkzeugen machte die einen reich und die anderen taub. Denn die lautstarken Sensenhämmer verursachten anhaltende Gehörschäden. 
 
Sensen und ähnliche Erntegeräte, wie Sicheln und Strohmesser, stehen in vielen Teilen der Erde in Gebrauch. Unterschiede in den Geländeformen, der Bodenbeschaffenheit und der Art der zu mähenden Pflanzen, z. B. straff stehendes Getreide, schwerer niederliegender Klee, hartes Steppengras oder kurze und weiche Gebirgskräuter, erklären ihr unterschiedliches Aussehen. Allein in Europa wurden etwa französische, schweizer, österreichische, böhmische, schlesische, polnische, russische, walachische, türkische und ungarische Sensentypen unterschieden.

Ab etwa 1600 erlebten die „blauen“ oder „steirischen“ Sensen einen großen Aufschwung. Die Zentren der Erzeugung lagen in Micheldorf-Kirchdorf und Freistadt, Waidhofen/Ybbs sowie in Knittelfeld und Bruck/Mur. Mitte des 17. Jahrhunderts waren in Österreich 150 bis 160 solcher Betriebe tätig, sie erzeugten täglich jeweils bis zu 70 Stück. Ein Sensenwerk verbrauchte jährlich 2.500 bis 3.000 Raummeter Buchenholz in Form von Holzkohle. Sensen wurden in rund 20 Arbeitsgängen gefertigt: Zunächst erzeugten die Hammerschmiede Sensenknüttel, die Essmeister schmiedeten daraus die Blätter, die Abrichter stellten die Sensen fertig. Die Blätter wurden dann über dem Feuer bewegt und gehärtet („Anlassen“), wobei sie sich blau färbten. Ferner erhielten sie Meisterzeichen. Der Transport erfolgte in Holzfässern, die bis zu 1.500 Sensen aufnahmen.

Anfang des 19. Jahrhunderts geriet die österreichische Sensenherstellung durch Kriege und Staatsbankrott in eine tiefe Krise. In den bisherigen Abnehmerländern Deutschland und Frankreich entstanden konkurrierende Sensenwerke. Die Gründung des deutschen Zollvereins erschwerte die Situation weiter. In der Folge sicherten sich die Hersteller Russisch-Polen und Russland als Exportmärkte und modernisierten die Erzeugung.


Hersteller: verm. Kaspar Moser, Mattighofen

Entstehungszeit: um 1847

Inv.Nr. 39025
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