• 014628000.JPG © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Papier
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Tafel mit Rohstoffen für Papier, um 1910

Test
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Torffasern, Tannenzapfen, Weinreben, Brennesseln: Die Bandbreite möglicher Rohstoffe für die Papiererzeugung ist groß. Vieles wurde im Lauf der Zeit ausprobiert und dann wieder verworfen.

Diese Tafel des Technischen Museums Wien zeigt Ramiepflanzen (Boehmeria nivea) und einige ihrer Verarbeitungsprodukte, darunter Proben von feinem Seiden- und Zigarettenpapier. Die Ramie stammt aus tropischen Regionen Ostasiens Sie ist eine der ältesten Nutzfaserpflanzen der Welt. Heute wird sie hauptsächlich in China angebaut.

Zu den frühen Trägern menschlicher Schrift zählten Tafeln aus Ton, Wachs und Metallen sowie Tierhäute (Pergament). Nach Erdteilen und Zeiten verschieden, dienten aber meistens Pflanzen als Schreibgrundlage: Maulbeerbast und Reisstroh in China, Palmenblätter in Indien, Papyrus in Ägypten. In Europa waren Hadern aus Textilfasern der wichtigste Rohstoff. Den Papiermühlen wurden eigene Bezirke zugewiesen, in denen sie Lumpen sammeln lassen durften. Diese waren ein knappes Gut und wurden daher immer wieder geschmuggelt. Die Papierhersteller bevorzugten alte Leinenstoffe und damit jene Regionen, in denen Flachs angebaut wurde. Darüber hinaus galten städtische Sammelbezirke als wertvoller, denn sie verkürzten aufgrund der höheren Bevölkerungskonzentration die Wege. Außerdem trugen Stadtbewohner tendenziell Stoffe höherer Qualität und ließen diese eher reinigen. Dennoch waren die Lumpen oft sehr verschmutzt und voller Krankheitserreger, daher erkrankten die Sammler und die Hadernarbeiter in den Mühlen am Staub oder an Bakterien und waren unter anderem dem gefürchteten Milzbrand ausgesetzt.

Heute wird Papier gewöhnlich aus Zellstoff, Holzstoff (Holzschliff) und Altpapier hergestellt. Dazu kommen je nach Verwendungszweck Substanzen für die Leimung und Imprägnierung sowie Füllstoffe wie Gips.


Entstehungszeit: um 1910

Inv.Nr. 14628
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