Treidelzug (Öl auf Leinen),1969

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Quelle: Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Die über Jahrhunderte verkehrenden Schiffszüge auf der Donau verloren erst durch die Dominanz der Dampfschiffe ihre Bedeutung. Eine mühselige und gefährliche Arbeit fand ihr Ende.

Hölzerne Bretterschiffe sind auf der Donau bereits seit der Antike bekannt. Den Römern dienten als Flottenbasen unter anderem die Häfen in Lorch, Pöchlarn, Tulln, Wien und Carnuntum.

Zunächst wurden Güter mit Flößen und hölzernen Kähnen transportiert. Die Fahrt mit dem fließenden Wasser hieß Naufahrt. Bei der Gegenfahrt stromaufwärts wurden die Wasserfahrzeuge bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Menschen gezogen, später von Pferden auf eigenen Treppelwegen. Für die verschiedenen Einsatzzwecke wurden entsprechende Schiffstypen entwickelt. Sämtliche Wasserfahrzeuge benötigten Ruder an Bug und Heck. Es gab Zillen für den ständigen Gebrauch und Plätten, die meist nur für eine einmalige Naufahrt verwendet und dann am Zielort mitsamt der Ware verkauft wurden.

Zum Transport von 200 - 500 Tonnen flußaufwärts wurden zumeist drei bis vier größere Schiffe zusammengehängt und von 30 - 50 Pferden gezogen. Bei guten Bedingungen konnten maximal 30 km pro Tag zurückgelegt werden. Bei einem großen Zug waren bis zu 60 Schiffleute und Schiffreiter beschäftigt, stark aufgegliedert nach Funktion und Rang.

Die Blüte der Schiffszüge lag um 1830. Bis zur Jahrhundertwende wurden sie allmählich von den Dampfschiffen abgelöst. Die Bootsformen sind aber noch heute als Rettungszillen auf der Donau und vereinzelt auf den Salzkammergutseen in Form der Plätte im Einsatz.

Das Bild wurde von Ludwig Friedl gemalt, der von 1956 - 1976 Mitarbeiter des Technischen Museums Wien war. Es zeigt einen Pferdezug auf der Donau oberhalb von Passau und entstand nach einem Gemälde von Friedrich Gauermann (1807 - 1862). Das Original ist im Besitz des Wien Museums.

Maße: 601 x 301 x 6 cm

Inv.Nr. BPA-015283

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