Turbine und Generator aus dem Ruetz-Kraftwerk

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Ohne Rauch geht’s auch: Den Strom für die Lokomotiven der elektrischen Mittenwaldbahn lieferte das Ruetz-Kraftwerk.

Im Herbst 1912 wird in Österreich die erste elektrische Vollbahn in Betrieb genommen: die Mittenwaldbahn. Sie verbindet Innsbruck mit der bayerischen Gemeinde Mittenwald und führt weiter nach München. Das Ruetz-Kraftwerk, das bei Schönberg am Eingang des Stubaitals steht, liefert von 1912 - 1923 den Strom für die Lokomotiven der Bahn. Es steht im elektrischen Verbund mit dem Walchensee-Kraftwerk in Bayern. Zu diesem Zweck wurde erstmals ein spezieller Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich geschlossen.

Im Krafthaus des Werks sind zwei Maschinensätze installiert, die jeweils aus Turbine und Generator bestehen. Ihre Leistung betrug 6.000 kW, ein für die damalige Zeit beachtlicher Wert. In den Jahren 1920 - 1923 wird das Kraftwerk um einen dritten, größeren Maschinensatz und eine zweite Druckrohrleitung erweitert. Dadurch konnte eine Verdoppelung der Leistung erreicht und das ehrgeizige Elektrifizierungsprogramm der Bahn nach dem Ersten Weltkrieg weiter vorangetrieben werden. Das Ruetz-Kraftwerk trägt bis 1983 im Verbund mit anderen Werken zur Stromversorgung der Mittenwald- und der Arlbergbahn bei. Es wird durch das moderne Kavernen-Kraftwerk Fulpmes ersetzt.

Dieser Maschinensatz aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien gehört zur ersten Ausstattung des Ruetz-Kraftwerks. Im kleineren der beiden Gehäuse verbirgt sich die Peltonturbine, im größeren der Generator. Die beiden Geräte sind durch eine Welle miteinander verbunden. Neben dem Turbinengehäuse sind die Vorrichtungen zur Regulierung des Wasserzuflusses zu sehen. Sie werden hydraulisch betätigt.


Inv.Nr. 39035

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