Viadukt der Kalten Rinne (Semmeringbahn), Farblithografie, um 1854

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Quelle: Technisches Museum Wien
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Epoche
1850 - 1899
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Ob die Arbeiter der Semmeringbahn wussten, dass sie an einem ganz besonderen Bauwerk mitwirkten? Heute ist die Semmeringbahn UNESCO-Weltkulturerbe. Damals war sie für Tausende Mühsal und Qual.

Emerich Benkert fertigte 1854 Farblithographien vom Bau der Semmeringbahn. Auftraggeber war der Bauunternehmer Ferdinand Tallachi. Benkerts Lithographien waren Huldigungen an das aus damaliger Sicht revolutionäre Bauwerk. Die Bilder zeigen aber auch, wie schwer der Bau für die Arbeiter war.

Der mächtige, zweigeschossige Viadukt über die Kalte Rinne gilt als der höchste und imposanteste der Semmeringbahn. Er ist bis heute eines der am meisten abgebildeten Bauwerke der Bahn. Die Kalte Rinne gilt als Beispiel für die gelungene Symbiose von Technik, Architektur und Natur. Sie ist auch ein Monument der beeindruckenden Ingenieurskunst von Carl von Ghega, der den Bau leitete.

Über 15.000 Menschen waren mit dem Bau der Semmeringbahn beschäftigt. Die Mehrzahl von ihnen waren Arbeiter. Zu Beginn des Baus 1848 wurden viele Arbeitslose aus Wien eingesetzt. Unmittelbar nach der Märzrevolution wollte das Ministerium so die Arbeitslosigkeit bekämpfen und potenzielle Unruhestifter aus Wien schaffen. Später kamen viele Arbeiter aus verschiedenen Regionen des Kaiserreichs und aus dem Ausland hinzu: Maurer aus Böhmen, Steinmetze aus Friaul und Piemont, Zimmerer aus Welschtirol, Deichgräber aus Slowenien, Bergleute aus Sachsen.

Die Arbeiter hausten in provisorischen Siedlungen entlang der Strecke auf engstem Raum. Die hygienischen Bedingungen waren schlecht, die Lieferung frischer Lebensmittel in der Höhe schwierig. Während der sechsjährigen Bauzeit starben über 1.500 Menschen.

Für die Viadukte mussten die Arbeiter große Mengen an Natursteinen in den nahe den Trassen liegenden Steinbrüchen schlagen und herbeischaffen. Sie arbeiteten bis zu 12 Stunden täglich.
Die Realisierung der Semmeringbahn war mühsame Handarbeit.


Inv.Nr. EA-000750/12

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