• FA-114444 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-114445 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Metallbearbeitung
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Vorhängeschloss mit Vexier, 1. Hälfte 19. Jh.

Test
Merken
Schlüssel für Kammerherren, Witwer und Särge, Amulettschlösser zur Abwehr des Bösen: Vorrichtungen zum Schließen weisen gleichermaßen eine nüchterne technische Seite wie eine ausgeprägte Symbolik auf.

Das Schlosserhandwerk entstand aus der Spezialisierung mittelalterlicher Metallgewerbe. Im 16. Jahrhundert vermehrte sich die Zahl der Schlosser stark. Sie verfertigten nicht nur Schließmechanismen, sondern auch Haushaltsgeräte und Beschläge. In manchen Schlosserzünften herrschten raue Sitten: So lösten die Berliner Schlosser den Lehrlingen symbolisch die Zunge, indem sie ihnen dreimal einen großen Schlüssel im Mund umdrehten. Damit waren sie befähigt, in der Runde der Gesellen mitzureden.

Die europäischen Vorhängeschlösser gehen vermutlich auf die Kelten zurück, die ältesten erhaltenen Exemplare stammen aus der römischen Antike. Mit dem Ende des Mittelalters fanden sie häufiger Verwendung. In Europa sicherten Vorhängeschlösser überwiegend Türen und Tore vor unbefugtem Zutritt. Im arabischen Raum, in Indien und China dienten sie dagegen eher zum Abschließen von Behältnissen.

Etwa ab 1800 tauchen vermehrt Vorhängeschlösser mit Vexieren auf; diese halten Türchen fest, welche das Schlüsselloch verdecken. Dadurch lässt sich die Öffnung des Schlosses verzögern. Seit dieser Zeit wurde die Erzeugung von Schlössern insgesamt allmählich auf die Basis einer industriellen Massenfertigung gestellt. Jeremiah Chubb in England und Linus Yale in den USA entwickelten Konstruktionen, welche bis heute die Grundlage für viele mechanische Konstruktionen darstellen. In Wien begann Franz Wertheim 1852 mit der Herstellung feuerfester und diebstahlsicherer Kassen. Er setzte seine Produkte öffentlichkeitswirksamen „Feuerproben“ aus, um ihre Widerstandsfähigkeit im Brandfall zu beweisen. Anlässlich der Herstellung der zwanzigtausendsten Wertheim-Kassa im Jahr 1869 komponierte Josef Strauss die „Feuerfest-Polka“.


Entstehungszeit: 1. Hälfte 19. Jh.

Inv.Nr. 19782
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