Walzenschrämlader EDW 150-2L

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Montanwesen
Epoche
1970 - 1979
Über 1.000 Tonnen Kohle in einer Schicht. Mit dem Einsatz des Walzenschrämladers wurde in den 1970er-Jahren im österreichischen Kohlebergbau die Vollmechanisierung erreicht.

Der im Schaubergwerk des Technischen Museums Wien ausgestellte Walzenlader EDW 150-2L wurde von der Firma Gebrüder Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei im deutschen Bochum hergestellt. Er war von 1976 bis Anfang der 1990er-Jahre in Oberösterreich bei der Firma SAKO (Salzachkohlebergbau) eingesetzt.

Links oben und rechts unten vom Getriebegehäuse mit dem eingebauten elektrischen Antrieb sind die zwei großen Schneidewalzen montiert. Mit ihren schraubenförmig angeordneten Meißeln lösen sie die Kohle aus dem sogenannten Streb (der Kohlefront) und ziehen sie auf ein Förderband. Zusammen erfassen die beiden Schneidewalzen das volle Profil des Strebs. Deshalb werden solche Maschinen auch als Vollschnittmaschine bezeichnet. Die Steuerung des Walzenladers kann entweder direkt an der Maschine oder mit Fernsteuerung erfolgen.

Im Betrieb fährt der Walzenlader den bis zu mehrere hundert Meter langen Streb hin und her und schneidet mit den Schneidewalzen ca. 80 cm Kohle heraus. Hinter dem Walzenlader werden die Stempel mit den Ausbauschildern hydraulisch nachgesetzt. Dahinter bricht das Gestein nach. Daher wird diese Art der Kohleförderung als Strebbruchverfahren bezeichnet.

Mithilfe des Walzenschrämladers konnten in den oberösterreichischen und steirischen Bergbauen mit einer Besetzung von 3 - 4 Leuten täglich mehrere hundert bis zu über tausend Tonnen Kohle gefördert werden. Dennoch war und ist bei den am Weltmarkt zu erzielenden Braunkohlepreisen damit kein wirtschaftlicher Abbau mehr möglich. Die letzten österreichischen Untertagebergbaue wurden im Laufe der 1990er-Jahre geschlossen.


Inv.Nr. 33256

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