Werdegang einer Keramikfigur (Kind mit Traube), 1917

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Putto oder Kind? Michael Powolny (1871-1954), einer der renommiertesten österreichischen Keramikkünstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist für seine „Vierjahreszeiten-Putten“ bekannt.

Dem kurz vor der Eröffnung stehenden Technischen Museum machte der in Wien lebende und arbeitende Künstler 1917 verschiedene Gegenstände für die Abteilung Keramik zum Geschenk. Darunter befindet sich auch der „Werdegang einer in die Form eingedrückten Figur (Kind mit Traube)“, so der Eintrag ins Inventarbuch. Möglicherweise handelt sich um eine Variante des „Herbst-Puttos“ aus der „Jahreszeiten-Serie“. Egal ob Kind oder Putto, herzig ist die Figur, die in den unterschiedlichsten Herstellungsstadien daherkommt, allemal.

Der Werdegang kann nur kurz skizziert werden. Zunächst muss ein Modell aus Ton in Originalgröße erstellt werden. Anschließend wird von diesem Modell eine Negativform, meistens aus Gips, abgenommen. Um einen Abguss zu erzeugen, wird diese (in unserem Fall zweiteilige) Form nun wiederum mit Ton ausgefüllt. Sie wird jedoch nicht ausgegossen, wie der Name „Abguss“ vielleicht nahelegt, sondern der knetbare Werkstoff wird in die beiden Formhälften hineingedrückt. Danach wird die Form geschlossen, wobei die zu erzeugende Figur innen hohl bleibt.

Die auf diese Art erzeugten Abgüsse zeigen nach dem Verlassen der Form an den Seiten typische Nähte. Diese entstehen durch das Herausquellen des Tons an den Stellen, an denen Ober- und Unterhälfte der Gipsform aufeinanderstoßen. Die Nähte werden nach dem Vorgang weitestgehend entfernt. Die rohe, ungebrannte Figur wird nun gebrannt, anschließend mit einer Glasur versehen und ein zweites Mal gebrannt. Fertig ist das Putto-Kind mit Traube. 

Hersteller: Michael Powolny, Wien
Entstehungszeit: 1917



Inv.Nr. 33762/1

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