• FA-116780 Quelle: Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Technische Zeichnungen
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Zeichnung einer Versuchsturbine von Viktor Kaplan, 1914

Viktor Kaplan signierte und datierte persönlich diese Zeichnung. Sie stammt aus dem Archivbestand „Frühakten“ des Technischen Museums Wien.

Viktor Kaplan (1876 - 1934) stammte aus Mürzzuschlag. Früh zeigte sich seine technische und physikalische Begabung und so studierte Viktor Kaplan Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Wien. Nach einem Jahr bei der Kriegsmarine stellte ihn 1901 die Leobersdorfer Maschinenfabrik „Ganz & Comp.“ ein. Er entwickelte Rudolf Diesels Motor weiter und beschäftigte sich auch mit den Turbinenmodellen von James B. Francis und Lester A. Pelton. Ab 1903 forschte und lehrte er an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn. Dort lernte er den Großindustriellen Ignaz Storek kennen, der ihn finanziell unterstützte und ihm die Einrichtung eines eigenen Turbinenlaboratoriums ermöglichte.

Bei Kaplans Konstruktionen können Wassermengen durch eine verringerte Anzahl von drehbaren und im Winkel verstellbaren Schaufelrädern optimal genutzt werden. Die von ihm entwickelten Turbinentypen liefen schneller als ihre Vorläufer und eigneten sich durch ihre höhere Leistung besonders gut für breite Flüsse in Landschaften mit sanftem Gefälle und jahreszeitlich schwankendem Wasserstand. Deshalb wurden sie beispielsweise im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug, im Isartal (Böhmen) und in Lilla Edet (Schweden) verwendet.

Die erste Turbine nach Kaplans Prinzip wurde 1918 von der Stahlhütte Ignaz Storek in Brünn gebaut. 1919 wurde sie in der „Börtel- und Strickgarnfabrik M. Hofbauers Wwe.“ in Velm bei Gramatneusiedl (NÖ) in Betrieb genommen. Diese Turbine wurde 1960 vor dem Technischen Museum Wien aufgestellt und ist heute im Energiebereich zu sehen.

Viktor Kaplan meldete insgesamt 267 Patente in 25 Ländern an. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, etwa die Ehrendoktorate der Technischen Hochschulen Prag und Brünn sowie eine Goldmedaille des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins.


Inv.Nr. BPA-013091/1
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