• Abb. 1_Rohasbest aus Rechnitz © Technisches Museum Wien, Foto: Inventarverwaltung
  • Abb. 2_Schutzanzug aus Asbest © Technisches Museum Wien, Foto: Inventarverwaltung
  • Atemschutzapparat aus Asbest mit Luftzufuhr und Sprechvorrichtung © Technisches Museum Wien, Foto: Birgitt Lerch
  • Abb.4_Richtiger Arbeitsschutz_Plakat von einem Lichtbildervortrag © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • Abb.5_Restauratorin bei der Arbeit © Technisches Museum Wien, Foto: Bereich Konservierung-Restaurierung
  • Abb.6_Restauratorin bei der Arbeit © Technisches Museum Wien, Foto: Bereich Konservierung-Restaurierung
  • Abb.7_Verpackung und Kennzeichnung der asbesthaltigen Objekte im Depot © Technisches Museum Wien, Foto: Bereich Konservierung-Restaurierung
  • Abb.8_Asbestobjekt in Folie isoliert und gekennzeichnet.Grubenlampe © Technisches Museum Wien, Foto: Bereich Konservierung-Restaurierung
  • Abb.9_Asbestfaden zum Befestigen der Glühstrümpfe © Technisches Museum Wien, Foto: Inventarverwaltung
  • Abb. 10_Asbestplatten im Inneren eines Filmprojektors Krupp Ernemann © Technisches Museum Wien, Foto: Inventarverwaltung
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Literaturverzeichnis (PDF, 110 KB)
Konservierung & Restaurierung

Asbest im technischen Kulturgut

Konservierung & Restaurierung

Asbest ist die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende faserförmige Minerale. Seine vielfältigen positiven Eigenschaften machen ihn zum idealen Werkstoff für die industrielle Anwendung.

Asbest ist hitze- und chemikalienbeständig, isoliert exzellent und hat eine höhere Zugfestigkeit als Stahl. Er ist leicht zu verarbeiten und billig. Bereits im ausgehenden Neolithikum wurde Töpferware mit Asbest haltbarer gemacht. Antike Quellen erwähnen Tücher, die zur Reinigung ins Feuer geworfen wurden. In größerem Umfang wurde Asbest aber erst für die Heißdampftechnik um den Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert eingesetzt und war ab dann am technischen Fortschritt in bahnbrechender Weise beteiligt: In Isolierungen von Motoren, Brems- und Kupplungsbelägen von Fahrzeugen, der Arbeitskleidung von Hochofenarbeitern und Feuerwehrleuten oder in der Getränkeindustrie als Filter. Der Höhepunkt war die Asbestproduktion ab Mitte 20. Jahrhundert für die Baubranche und den Alltag. In letzteren hielt die Wunderfaser mit über 3000 verschiedenen Produkten Einzug und findet sich daher ebenso in Toastern, Haartrocknern, Durchlauferhitzern und Telefonen, wie meist unerkannt, in Dichtmassen, Boden- und Wandbelägen.

Im ausgehenden 20. Jahrhundert hingegen wurde Asbest zum Inbegriff einer Industriekatastrophe: Jährlich sterben weltweit mehr als 100.000 Arbeitskräfte an asbestbedingten Erkrankungen. Die Schädlichkeit eingeatmeter Asbestfasern war bereits um 1900 bekannt, dennoch vergingen Jahrzehnte bis gesetzliche Richtlinien die Produktion und schließlich die Entsorgung und Sanierung von Asbest regelten. Seit 2005 gilt in der EU ein generelles Asbestverbot.

Nicht geregelt ist der Umgang mit asbesthaltigen Sammlungsobjekten. Für Museen und den Denkmalschutz ist die Beschäftigung mit Asbest in Zusammenhang mit Kulturguterhaltung eine neue Herausforderung. Das Ausmaß der betroffenen Objekte führte zur Entwicklung einer eigenen Asbeststrategie für das Technische Museum Wien.
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