• FA-120289 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Luftfahrt und Raumfahrt
Ausstellung
Mobilität
Epoche
1970 - 1979

Flughafen Wien Schwechat/Heidfeld

Vom Fliegerhorst zum internationalen Luftfahrt-Drehkreuz: die Geschichte des Flughafen Wien.

Im Dritten Reich plante man gleich nach dem Anschluss Österreichs kleine Militärflugplätze in der Wiener Umgebung. Auf dem Heidfeld erwarb die Deutsche Luftwaffe Grundstücke aus dem Nachlass des Bierbrauunternehmers Anton Dreher.

Den Spatenstich zum Bau des Fliegerhorstes Heidfeld nahm am 14.5.1938 Reichsluftfahrtminister Hermann Göring vor. Neben der Piste und 5 Hallen wurden eine Großgarage und eine Werft errichtet. Als der zentrale Standort der deutschen Heinkel-Werke in Rostock-Marienehe im Jahr 1942 bombardiert wurde, verlagerte man im folgenden Jahr die gesamte Produktion nach Schwechat. „Zivile“ Arbeitskräfte, ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangene, sollten dort den Nachtjäger He 219 „Uhu“, den Bomber He 177 „Greif“ und den Abfangjäger He 162 „Salamander“ fertigen. Da ihre Zahl nicht reichte, wurde 1943 das „Konzentrationslager Mauthausen Arbeitslager Wien-Schwechat 2“ errichtet. Im April 1944 waren dort 2.656 Häftlinge. 5.550 inländische ArbeiterInnen, 3.170 ausländische ZwangsarbeiterInnen und 900 Kriegsgefangene kamen noch hinzu.

Nach dem Krieg wurde Schwechat als Militärflughafen von Briten und Franzosen verwaltet. Im Dezember 1953 wurde die Wiener Flughafenbetriebsgesellschaft gegründet. Im März 1956 war Baubeginn des neuen Flughofes. Der Aufwand betrug 230 Mio. Schilling. Generalausbauplan und Entwurf des Empfangsgebäudes stammen von den Architekten Pfeffer, Klaudy, Hoch und Schimka. Bundespräsident Adolf Schärf eröffnete das Flughafengebäude am 17.06.1960. Der Bauzustand des damaligen Flughafens lässt sich am 1977 angefertigten Modell des Technischen Museums ablesen.

Zum Komplex gehörten das Abfertigungsgebäude, der Bürotrakt für Fluggesellschaften und Flugsicherung mit angeschlossenem Kontrollturm und der über einen Treppenturm zur Aussichtsterrasse erweiterte Restauranttrakt. Die Abfertigungs-Kapazität war aufgrund der Prognose für 1975 für 2.000.000 Fluggäste ausgelegt worden; der 2-Ebenen Betrieb orientierte sich an der möglichen Auslastung der 1. Piste. Das entsprach 30 Bewegungen pro Stunde oder 18 Landungen/Starts und ca. 900 Ankommenden und Abfliegenden.

Inv.Nr. 20460
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