Feuerlöschspritze "Kernreuter", Type 134, 1911

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Mit händisch oder maschinell betriebenen Spritzenwagen konnte um 1900 die Feuerbekämpfung effizient verbessert werden. Zum Beispiel mit dem Spritzenwagen „Kernreuter“.

Im Unterschied zur selbsttätigen Feuerbekämpfung mit einzelnen Geräten, erforderten Spritzenwagen den Einsatz einer Mannschaft oder zumindest mehrerer Personen. Es entwickelten sich zwei Varianten: die Kastenspritzen, bei denen der erforderliche Wasserdruck durch händisches Bewegen der Kolbenstangen erzeugt wird und die Dampfspritzen, bei denen eine Dampfmaschine weit höhere Leistungen ermöglicht. Ein Hybrid beider Techniken ist die Dampf- und Handspritze „Kernreuter“.

Im Technischen Museum Wien ist die von der Wiener „Feuerlöschgerätefabrik Fr. Kernreuter“ im Jahr 1911 hergestellte Type 134 ausgestellt. Sie war ursprünglich bei der Feuerwehr Kittsee (Burgenland) im Einsatz. Der von Pferden gezogene Wagen besteht – abgesehen von Rädern und Deichsel – fast vollständig aus Metall. Im mittleren Teil des Rahmens sind die Dampfmaschine und das Pumpwerk eingebaut (maximale Druckleistung: 11 Atmosphären). Die Handpumpe besitzt einen Wippenantrieb, dessen Ausleger ein- bzw. umgeklappt werden können. Hinter dem Kessel befindet sich der Heizerstand mit den Bedienarmaturen. Auf dem Boden sind eine Handspeispumpe und ein Vorratsbehälter für Brennstoffe angebracht. Ein Funkenfänger am Schornstein soll Funkenflug verhindern. Unter dem Kutschbock befindet sich eine Werkzeugkiste, seitlich davon die Halterungen für die Schlauchhaspeln. Laternen ermöglichen den Einsatz während der Nacht. Die für den Betrieb notwendige Dampfleistung wird bereits bei der Anfahrt durch Heizen erzeugt. Dampf- und Handspritze arbeiten voneinander unabhängig, um bei einer Störung zumindest ein Werk verwenden zu können.


Inv.Nr. 17022

Member of