• FA-109639 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Haustechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1900 - 1909

Gasglühlichtkörper „Auer-Licht“, um 1905

Gas gegen Strom: Das Gasglühlicht von Carl Auer von Welsbach machte dem elektrischen Glühlicht von Thomas A. Edison Konkurrenz. Es war bei reduziertem Gasverbrauch heller als das elektrische Licht.

Carl Auer von Welsbach, Chemiker und Forscher in Wien, ließ 1886 das von ihm erfundene Gasglühlicht patentieren. Er veredelte die bisher gebräuchliche offene Gasflamme mit einem sogenannten „Glühstrumpf“, einem Netz von Seltenerdmetallen auf textilem Gewebe. Das Netz glühte durch den Brand weiß und erreichte eine starke Helligkeit bei niedrigerem Gasverbrauch. Durch diesen Erfolg wurde es für das neue elektrische Glühlicht von Thomas Edison schwer, in Konkurrenz zu treten. Die Gasversorgung war bereits eingerichtet und das „Auer-Licht“ auch noch heller und billiger. In vielen Ländern wurden Niederlassungen gegründet und das Gasglühlicht von Auergesellschaften in alle Welt vertrieben.

1903 gelang es der Firma Graetz in Berlin nach dreijähriger Versuchszeit einen Brenner für hängendes Gasglühlicht auf den Markt zu bringen. Dieses „Graetzin-Licht“ brachte als zusätzliche Verbesserung gegenüber dem „Auer-Licht“ eine weitere Einsparung von bis zu 40 % Gas und eine günstigere Lichtverteilung. Das Gas, damals noch aus Kohleschwelung erzeugtes „Stadtgas“, wird in einer Düse mit Luft (Sauerstoff) gemischt und mit leichtem Druck über das Netz des hängenden „Glühstrumpfs“ verteilt, das nach der Entzündung weiß glüht und hell leuchtet.

Etwa zeitgleich gelang es Carl Auer von Welsbach, dem elektrischen Glühlicht zu einer bedeutenden Verbesserung zu verhelfen. Er entwickelte um 1899 eine elektrische Glühlampe mit einem Glühfaden aus Osmium, die als Vorläufer der später weltweit erfolgreichen „Metallfadenlampen“ gilt.


Inv.Nr. 17236/1
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