Gaswerk Währing (Wien), um 1850

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Quelle: Technisches Museum Wien
Die Lithografie des Gaswerks Währing ist eine von vier Ansichten historischer Wiener Gaswerke. Sie dokumentieren die Gasversorgung der Stadt im 19. Jahrhundert.

Aufgrund der Lage im heutigen 19. Bezirk ist die Anlage auch als Gaswerk Döbling bekannt. Sie versorgte zwischen 1856 und 1910 vor allem die Bezirke Hernals, Währing und Döbling mit Stadtgas.

Die Lithografie von C. Waage trägt den Originaltitel „Währing Gas Works Vienna, erected by The Imperial Continental Gas Association“ und wurde 1856 bei Josef Stoufs in Wien gedruckt. Sie gehört dem historischen Archivbestand zur Gastechnik an, der auch Planzeichnungen, wie Grundrisse, Querschnitte, und Detailzeichnungen der Gaswerke enthält.

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts versuchten mehrere Länder, durch Verbrennung von Steinkohle und anderen Rohstoffen Gas zu gewinnen. Das in städtischen Gaswerken hergestellte Kohlengas wurde vor allem für die öffentliche Beleuchtung verwendet und daher auch als Leuchtgas oder Stadtgas bezeichnet.

Die ersten Wiener Gaswerke entstanden aus privaten Initiativen und produzierten Gas aus Ölen. In der Rossau gründete ein Apotheker 1828 das erste „Gaserzeugungs-Etablissement“ und zugleich die „Österreichische Gesellschaft zur Beleuchtung mit Gas“. 1840 wurde in Fünfhaus ein Gaswerk errichtet. Nach zwei Jahren übernahm die Londoner „Imperial Continental Gas Association“ (ICGA) das Areal in Fünfhaus, 1844 jenes in der Rossau. Die ICGA baute diese Anlagen um und errichtete bis 1879 weitere Gaswerke in Erdberg, Döbling (Währing), beim Südbahnhof, am Tabor, in Floridsdorf und Hütteldorf.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschloss die Wiener Stadtverwaltung, das Monopol der ICGA zu beenden und selbst die Kontrolle über die Wiener Gasversorgung zu übernehmen. 1896 begann der Bau des neuen städtischen Gaswerkes in Simmering. Sein „Gasometer“ ist heute als Wohnhaus, Büro- und Einkaufszentrum bekannt.


Inv.Nr. BPA-006313/11

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