Holzmustersammlung in Buchform (Xylothek), um 1845

Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Holzbearbeitung
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Bücher sind aus Papier gemacht, Papier besteht irgendwie aus Holz. Wenn aber Holzmuster sich als Buch tarnen, ist das keine Biblio-thek, sondern eine Xylo-thek.

Das Eingangsbuch für das „Fabriksprodukten-Kabinett“ verzeichnet „800 Muster in- u. ausländischer Hölzer, in 80 kleinen Buchschubladen in 8 rothen Cartons in Buchform“. Die „Acquisitionsart“ und damit die Umstände des Erwerbs sind nicht bekannt. Ein handschriftliches Verzeichnis benennt die einzelnen Holzarten und datiert die Sammlung auf den Jänner 1845. Auf den beiden letzten Seiten sind 36 weitere Holzproben angeführt, die in den Jahren nach 1845 dazugekommen sind.

Die Anlegung von Pflanzensammlungen (Herbarien) zum Zweck der Naturkunde ist seit dem Mittelalter bezeugt. Holzsammlungen in Buchform gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Vorbild waren die „Naturalien-Kabinette“ dieser Zeit. Im Hintergrund stand die Notwendigkeit, vorhandene Holzsorten systematisch zu dokumentieren und anschaulich zu präsentieren. Damit sollte der Stand der Waldwirtschaft verbessert werden, denn angesichts des wachsenden Holzbedarfs vieler Gewerbe und Industrien bedurfte es neuer Wege der Forstkultur.

Die „Bücher“ der heute noch erhaltenen Xylotheken enthalten neben der eigentlichen Holzprobe auch weitere Baumteile wie Samen, Blätter und Zweige. Von dieser Ausführung weicht die Sammlung des Technischen Museums Wien insofern ab, als sie lediglich kleine Holzbrettchen aufweist. Dafür stammen die Proben, so weit aus den Bezeichnungen erkennbar, aus allen Erdteilen. Neben „Standardhölzern“ wie Eiche, Lerche und Tanne sind auch Exotika vorhanden, darunter Granatbaum, Kokospalme, Sandelholz und Teak sowie ein Stück „Pferdfleischholz“ (manilkara kauki, auch „Blutholz“). Dieses bezieht seinen seltsamen Namen von der Farbe des frisch geschnittenen Holzes. Somit bietet die Kollektion ein ungewöhnlich breites Panorama.


Entstehungszeit: um 1845

Inv.Nr. 3401/1

Member of