Modell einer Destillieranlage für Schmieröle, 1916

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Chemische Produktionstechnik
Ausstellung
IN ARBEIT
Epoche
1910 - 1919
Selten ein schöner Anblick, keine Freude zum Anfassen, oft von penetrantem Geruch. Dennoch: Hätte ohne die unscheinbaren Schmiermittel überhaupt eine industrielle Revolution stattfinden können?

Mühlen und andere Triebwerke älterer Epochen wurden mit pflanzlichen oder tierischen Fetten geschmiert. Dabei kamen zum Beispiel Speckschwarten zum Einsatz, aber auch Schweinefett, Rindertalg und Tran von Walen. Mit der Industrialisierung vervielfachte sich der Bau und Einsatz von Maschinen. Ihre Schmierung verringerte den Reibungswiderstand und die Abnützung aufeinander laufender Teile. Dabei galt es sehr unterschiedliche Mechanismen zu ölen: große und kleine Antriebs- und Produktionsmaschinen, Transmissionslager und Kühlvorrichtungen, Fahrräder und Automobile.

Mit dem Einsatz von Kohlenteer und dem Beginn der Erdölförderung um 1860 erfolgte allmählich ein Übergang zur Herstellung und Nutzung mineralischer Öle. Durch verschiedene Methoden der fraktionierten Destillation gewann man eine breite Palette neuartiger Produkte. Daneben standen weiterhin traditionelle Substanzen für Schmierzwecke in Gebrauch, unter ihnen das Klauenöl. Aus dem Mark der Fußknochen von Nutztieren gewonnen, blieb es auch nach längerer Zeit dünnflüssig und wurde nicht ranzig. Klauenöl galt als eines der besten Schmiermittel für feine Werkzeugmaschinen, Nähmaschinen und Uhren. Darüber hinaus gewannen pflanzliche Öle an Bedeutung, darunter Erdnuss-, Palm- und Rizinusöl.

Die Anlage, nach der dieses Modell des Technischen Museums Wien gebaut wurde, lieferte ein Produkt für die Großindustrie. Nach einem patentierten Verfahren erzeugte hier die Brünn-Königsfelder Maschinenfabrik in einem kontinuierlichen Hochvakuumprozess schwere Schmieröle für große Maschinen. Die zähflüssigen Substanzen mussten einen hohen Flamm- und Endzündungspunkt aufweisen.


Entstehungszeit: 1916

Inv.Nr. 9745

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